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Immofinanz: Teilanklage umfasst sechs Kernpunkte

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von Oliver Jaindl | 21.12.2011 | 00:32

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Immofinanz: Teilanklage umfasst sechs Kernpunkte

Die Teilanklage gegen Ex-Vorstand Petrikovics, Gertner, Thornton, Ex-Aufsichtsrat Schwager und Steuerberater Hable liegt vor.

apa

Dem Ex-Immofinanz-Boss Karl Petrikovics legt der Staatsanwalt sechs Tathandlungen zur Last. Er hat noch 13 Tage lang Zeit, gegen die Anklage ein Rechtsmittel zu erheben

Zitiert

Thomas Vecsey, Staatsanwaltschaft Wien

Wir gehen von einem Schaden von rund 32 Millionen € aus

Wien. Am Dienstag war es so weit: Die erste Teilanklage in der Causa Immofinanz ist fertiggestellt. Das Papier liegt dem WirtschaftsBlatt vor und stellt dar, dass der Ex-Vorstand Karl Petrikovics durch seine Mehrfachfunktionen in der Constantia Bank, Immofinanz und ehemaligen Immoeast sowie vieler Tochtergesellschaften freie Hand hatte, Millionen zu verschieben. In krimineller Weise, wie Staatsanwalt Volkert Sackmann meint: Scheinrechnungen, rückdatierte Optionen und Darlehen an vermögenslose Gesellschaften würden den Tatbestand der Untreue erfüllen. Drei Verdächtige seien als "kriminelle Vereinigung" anzusehen.

"Wir gehen von einem Schaden von 32 Millionen €aus", sagt Staatsanwaltschafts-Sprecher Thomas Vecsey. 18 Millionen € Vermögen der Verdächtigen wurden eingefroren. In den letzten Monaten wurde noch kolportiert, dass die Teilanklage bloß den über Treuhänder Hable abgewickelten Millionen-Optionendeal beinhaltet. Nun umfasst das vorgelegte Papier sechs Faktenkreise.

So geht es etwa um die Leascon Holding, die über 2,2 Millionen Immoeast-Aktien verfügte. Die GmbH musste der Constantia Bank die Aktien um mehr als 40 Cent unter Börsepreis verkaufen. Daneben sollen der CPB Corporate Finance drei Rechnungen in der Höhe von 200.000 bis 300.000 €gestellt worden sein -ohne dahinter stehende Leistung. Die Anklagepunkte C und D befassen sich mit Optionsgeschäften. So seien der Constantia Bank Millionen an Optionsprämien vorenthalten worden. Unter D findet sich dann das so genannte "Hable-Faktum", das sich auf Optionen bezieht. Aktien der Immofinanz und der damaligen Immoeast seien durch Rückdatierung automatisch "im Geld" gewesen. Der Staatsanwalt hat den Schaden des Geschäfts, bei dem Hable als Treuhänder fungierte, mit 11,7 Millionen €berechnet. Den "Gewinn" sollen Petrikovics, Gertner und Schwager erhalten haben. Weitere Anklagepunkte betreffen ein (unbesichertes) Darlehen der Immoeast, damit der Optionendeal durchgeführt werden konnte, sowie zwei Aktientransaktionen unter Börsepreis.

Norbert Gertner lässt über Verteidiger Norbert Wess ausrichten, dass die Vorwürfe "nichts Neues sind". Er sei "froh, wenn die Angelegenheit einer gerichtlichen Prüfung unterzogen wird".

Anwälte reagieren

Petrikovics-Anwalt Otto Dietrich will "in den nächsten Tagen über Einsprüche und die weitere Vorgangsweise entscheiden". Hable-Anwalt Oliver Plöckinger betont, dass Hable "kein Honorar" verlangt hat. Er wie auch Thornton, der oft bloß Handlager war, sind nicht wegen "krimineller Vereinigung" angeklagt. Die Anklage ist nicht rechtskräftig.

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