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Sigi Menz wird zum Getränke-Big Boss

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von Hans Pleininger | 29.07.2009 | 17:02

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Sigi Menz wird zum Getränke-Big Boss

Ottakringer und Vöslauer werden künftig als eine Firma an der Börse notieren. BierChef Sigi Menz wird zum Konzernobersten, der 200 Millionen € Umsatz überschaut.

Ottakringer Brauerei

Ottakringer Getränke AG-Chef Sigi Menz hat sich zum Biergeschäft jetzt auch 100-prozentig Vöslauer einverleibt

Facts

200 Millionen €
Die Ottakringer Getränke AG wird künftig rund vier Millionen Hektoliter Getränke verkaufen – von Bier über Vöslauer Mineralwasser bis zu den Lizenzprodukten Almdudler und Pepsi unde Rauch Fruchtsäfte. Der Umsatz des 500 Mitarbeiter großen Wiener Familienunternehmens wird bei rund 200 Millionen € liegen. Die Ottakringer Getränke AG gehört zu 88 Prozent den Familien Wenckheim, Menz, Pfusterschmid und Trauttenberg.

Ottakringer-Boss Sigi Menz sprudelt vor Tatendrang. Er will die börsenotierte Ottakringer Brauerei AG aus dem Dornröschenschlaf wecken, indem er sich den Umsatz aller Betriebe anfuttert, bei denen die Bier-Holding-Eigen­tümerfamilien Wenckheim, Menz, Pfusterschmid und Trauttenberg ihre Fingern im Spiel haben. „Wir wollen unsere Struktur neu aufstellen, um uns weiterzuentwickeln“, betont Menz.
In der neuen Ottakringer Getränke AG – sie soll am 21. September von der Hauptversammlung (HV) rückwirkend mit 1. Jänner genehmigt werden – sind künftig die Biergeschäfte von Ottakringer, der Innstadt Brauerei in Passau und der ungarischen Pecs-Brauerei mit der Vöslauer Mineralwasser AG und ihrer Getränkevertriebs GmbH unter einem Dach. „Wenn die HV zustimmt, geht alles ruckizucki“, sagt Menz.

Das aus Ottakringer und Vöslauer fusionierte neue Börseunternehmen wird rund 200 Millionen € Umsatz und 500 Mitarbeiter haben. Alleiniger Konzernchef und Chefstratege wird Sigi Menz. Unter ihm, aber in enger Zusammenarbeit führen Christiane Wenckheim die Ottakringer Brauerei und Alfred Hudler Vöslauer. Von der neuen Konstellation verspricht sich Menz mehr Beweglichkeit und Aufmerksamkeit an der Börse. Derzeit ist Ottakringer eher ein verstecktes wie verstaubtes Liebhaberpapier, bei dem im Monat gerade mal ein paar Hundert Stück gehandelt werden. Mit dem neuen Getränkekonzern soll Fantasie aufkommen und „das Wachstum der Unternehmensgruppe vorangetrieben werden“, so Menz. Ziel seien Akquisitionen mit Fokus auf internationale Bier- und Wasserunternehmen. Aber auch andere getränkenahe Firmen kämen für Zukäufe in Frage, heisst es etwas kryptisch von Getränke-Big Boss Menz.

Kapitalmarkt anzapfen

Im Busch sei noch nichts, aber wenn ein geeignetes Objekt ausgemacht ist, will Menz für den Kauf den Kapitalmarkt anzapfen: „Mit einer Kapitalerhöhung, bei der die Eigentümerfamilien nicht mitziehen, könnte man den Streubesitz erhöhen.“ Genau dieser Streubesitz fällt aber vorerst durch die Umstrukturierung und Fusionierung von Ottakringer und Vöslauer von 24 auf rund zwölf Prozent. Darin enthalten ist auch die Brau Union-Minderheitsbeteiligung, die sich mit der Neuordnung von zuvor knapp 14 Prozent (an der Ottakringer Brauerei) in der neuen Firma auf durchgerechnet rund sieben Prozent reduziert.
Menz und die anderen Ottakringer-Kernaktionäre sind auch bereit, fürs Wachstum Anteile herzugeben. Klar ist jedoch: „Die Mehrheit werden wir, die Eigentümerfamilien, sicher nicht abgeben.“ Wann es dafür soweit ist? Vielleicht schon kommendes Jahr. „Für Akquisitionen ist viel in Bewegung“, sagt Menz: „Ich gehe davon aus, dass sich im Ausland etwas tun wird.“

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