Mittwoch, 23. Mai 2012 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

SPÖ und ÖVP verlieren nach Wahldebakel insgesamt 4,4 Millionen € Parteienförderung

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

29.09.2008 | 14:02

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

SPÖ und ÖVP verlieren nach Wahldebakel insgesamt 4,4 Millionen € Parteienförderung

Die Neuverteilung der Wählerstimmen bedeutet für die Parteien auch eine Neuverteilung von Fördergeldern. Die ÖVP ist dabei einmal mehr Hauptverlierer.

APA

Großer Gewinner der gestrigen Nationalratswahl auch aus finanzieller Sicht ist das BZÖ, das mit bis zu 2,5 Mio. Euro mehr an staatlicher Partei-, Klub-und Akademieförderung rechnen könnte. Die ÖVP könnte 2,5 Mio. Euro verlieren. Die SPÖ müsste auf Basis des vorläufigen Ergebnisses auf 1,6 Mio. Euro verzichten. Insgesamt bekommen die Parlamentsparteien im kommenden Jahr 42 Mio. Euro. Zusätzlich erhalten sie einmalig 13 Mio. Euro an Wahlkampfkostenrückerstattung.

Das hat der Parteienfinanzierungs-Experten Hubert Sickinger errechnet. Die Zahlen basieren auf dem vorläufigen Wahlergebnis, die Inflationsanpassung ist nicht miteinberechnet. Von den 42 Mio. Euro gehen jeweils etwas mehr als 15 Mio. für die Klub- und die Parteiförderungen drauf, 11,3 Mio. bekommen die politischen Akademien. Die Briefwahl- und sonstigen Wahlkarten-Stimmen könnten noch einige Verschiebungen zwischen den Parteien verursachen.

Anspruch auf Förderung hat jede im Nationalrat vertretene politische Partei, für die Klubförderung sind mindestens fünf Abgeordnete (Klubstärke) nötig. Die Förderung ist - neben einem Sockelbetrag von 1,073 Millionen Euro für alle Klubs - von der Zahl der Mandatare abhängig: Bei einer Klubstärke von 5 bis 10 Mandataren erhält man den Sockelbetrag plus rund 212.000 Euro (pro Jahr). Ab elf Abgeordneten beträgt die Förderung zusätzlich zum Sockelbetrag 636.000 Euro, bei einer Stärke von 21 bis 31 Abgeordneten liegt der Zuschuss zusätzlich zum Sockel bei 1,06 Mio. Euro.

Die Neu-Verteilung der Fördergelder nach dem vorläufigen Endergebnis im Detail: SPÖ 11,87 Mio. Euro (4,79 Mio. Euro Parteiförderung, 4,04 Mio. Euro Klubförderung und 3,03 Mio. Euro Akademieförderung), ÖVP 10,73 Mio. Euro (4,16 Mio. Euro Parteiförderung, 3,83 Mio. Euro Klubförderung und 2,74 Mio. Euro Akademieförderung), FPÖ 7,95 Mio. Euro (2,99 Mio. Euro Parteiförderung, 2,77 Mio. Euro Klubförderung und 2,20 Mio. Euro Akademieförderung), BZÖ 5,94 Mio. Euro (1,91 Mio. Euro Parteiförderung, 2,35 Mio. Euro Klubförderung und 1,69 Mio. Euro Akademieförderung) und Grüne 5,47 Mio. Euro (1,72 Mio. Euro Parteiförderung, 2,13 Mio. Euro Klubförderung und 1,61 Mio. Euro Akademieförderung).

Den größten Verlust muss auch diesmal die ÖVP mit 2,5 Mio. Euro hinnehmen. Beim Klub unterschreitet die Volkspartei mit 50 Abgeordneten (-16) zwei Förderungs-Marken, die sich an der Mandatszahl orientieren. Die SPÖ muss nach derzeitigem Stand auf 1,6 Mio. Euro verzichten. Der Verlust des 21sten Mandats würde die Grünen 400.000 Euro kosten. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass die Grünen noch ein Mandat bekommen. Damit würden sie aber noch immer unter der 21-Marke bleiben und diese ist 400.000 Euro wert. Hinzukommen könnte bei der Parteiförderung ein Minus von 160.000 und 60.000 bei der politischen Akademie. Glück könnte das BZÖ haben, das voraussichtlich eben diese 21er Marke schafft. Das würde 2,35 Mio. Euro Klubförderung bedeuten. Insgesamt kann das BZÖ auf ein Mehr von 2,5 Mio. Euro hoffen. Die FPÖ, die es vorläufig auf 35 Mandate bringt, könnte sich auf zusätzliche 1,84 Mio. Euro freuen. Die Klubförderung orientiert sich auch an den Europaabgeordneten und Bundesräten.

Zusätzlich zu den 42 Mio. Euro an Förderungen bekommen die Parteien auch 13 Mio. Euro an Wahlkampfkostenrückerstattung: SPÖ 4,2 Mio. Euro, ÖVP 3,62 Mio. Euro, FPÖ 2,55 Mio. Euro, BZÖ 1,55 Mio. Euro und Grüne 1,38 Mio. Euro. Ihre Werbekosten ersetzt bekommen auch nicht im Parlament vertretenen Parteien, die mehr als ein Prozent der Stimmen erhalten haben, diese werden allerdings aus einem anderen Topf bezahlt. Für das LIF gibt es 280.000 und für die Liste Fritz 260.000 Euro.

(APA)

 

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

mehr Wirtschaftspolitik…

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • U-Ausschuss

    Das Who is Who des U-Ausschuss

    Ranking

    Die größten Handelsunternehmen...

  • Boot Tulln

    Österreichische Werften auf der...

    Exportbilanz

    Österreichs Außenhandel im Fokus

Ähnliche Artikel

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • colourbox
    Erfindungsranking

    Österreichs innovativste...

    WB/Peroutka
    Bau-Skandal

    Besuch im Skylink-Terminal

  • Hypo

    Die Manager des Flops

    Wiener Hauptbahnhof

    Ausblick auf die Großbaustelle

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • IT-Riesen

    Die Köpfe des Web

    Die Cashcows im Internet

    Die zehn Websites, die am...

  • Lionel Messi/EPA
    Top-Marktwerte

    Die teuersten Fußballer der Welt

    U-Ausschuss: Buwog

    Das Who is Who des...

Wirtschaftspolitik Österreich: Meistgelesen

/images/uploads/c/7/e/519294/Tumpel3_Mayr-Low20120522185817.jpg
 AK-Chef will Managergehälter gesetzlich deckeln

Herbert Tumpel von der Arbeiterkammer fordert eine Begrenzung der Managergagen von...

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien Karriere

  • Watchlist Mai

    Menschen in Bewegung

    Watchlist April:

    Menschen in Bewegung