von Oliver Jaindl | 07.02.2012 | 20:51
Pleiten: Österreich ist in Europa eine Insel der Seligen
Statistik. Schuldenkrise machte sich im Vorjahr bei Konkursen bemerkbar – Süden ist stärker betroffen als die CEE-Länder.
Wien. In Österreich (und Dänemark) scheint die Welt noch in Ordnung zu sein - in anderen Teilen Europas allerdings nicht. Die jüngste europaweite Insolvenzstatistik von Creditreform für 2011 bestätigt die Meinung vieler Wirtschaftsforscher: Die Budgetkrisen in den europäischen Staaten und verschärfte Vorschriften für finanzierende Banken haben auf die Realwirtschaft durchgeschlagen.
Gerade in den südlichen Schuldenstaaten und auch in weiten Teilen Osteuropas ist die Zahl der Insolvenzen teils stark gestiegen. Dazu kommt, dass in einigen dieser Länder die Zahlungsmoral alles andere als gut ist. Westeuropa hingegen steht relativ solide da.
Unsicherer Ausblick
Während sich noch etwa Deutschland oder Österreich mit guten Wirtschaftsdaten gegen eine Abkühlung der Konjunktur wappnen konnten, ist dies in anderen westeuropäischen Staaten nicht immer gelungen. Laut Creditreform machten 2011 höhere Refinanzierungskosten vielen Unternehmen zu schaffen - für heuer ist der Ausblick mit „großen Unsicherheiten" behaftet.
Die Länder in Süd- und Osteuropa bleiben aber die größten Sorgenkinder. Die steigende Zahl der Firmenpleiten geht hier oft mit schlechter Zahlungsmoral einher. In Italien, Spanien und Portugal ist der Anteil von Forderungslaufzeiten von über zwei Monaten am höchsten, in Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie Skandinavien und den Beneluxländern am niedrigsten. Osteuropäische Schuldner liegen hier im Mittelfeld. Bezüglich Osteuropas warnt Creditreform vor einer Kreditklemme und einer daraus resultierenden Konjunkturabkühlung.
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