Mittwoch, 23. Mai 2012 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Deutschland bucht fast ein Gigawatt an Stromreserve in Österreich

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

08.01.2012 | 11:30

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Deutschland bucht fast ein Gigawatt an Stromreserve in Österreich

Die deutsche Bundesregierung hat in Österreich die Kapazität von drei Kraftwerken mit insgesamt 935 Megawatt als Stromreserve gebucht. Das entspricht etwa der Leistung eines AKW-Reaktors.

Die Gespräche mit der Wien Energie über die Bereitstellung eines vierten Kraftwerkes und die Aufstockung der Reservekapazität um 140 Megawatt auf 1.075 Megawatt seien geplatzt, schreibt die "Welt" (Samstagsausgabe).
Laut "Welt" bestätigte ein Sprecher der Wien Energie, dass die Gespräche mit dem deutschen Netzbetreiber Tennet an der Frage nach der nötigen Einsatzdauer und der Mindestverfügbarkeit des österreichischen Kraftwerks gescheitert seien. Das von der deutschen Bundesnetzagentur eigentlich eingeplante Wiener Gaskraftwerk mit einer installierten Leistung von 140 Megawatt stehe zur Stabilisierung des deutschen Stromnetzes damit nicht zur Verfügung. Eine Leistung in dieser Größenordnung entspreche dem Strombedarf von rund 140.000 Verbrauchern. In Deutschland werden ebenfalls drei Kraftwerke in Mainz, Mannheim und Saarlouis mit rund 1.000 Megawatt als Reserve zur Verfügung, in Österreich hätten 1.075 Megawatt unter Vertrag genommen werden sollen.

Am 8. und 9. Dezember hat der deutsche Netzbetreiber Tennet erstmals auf die komplette Kraftwerksreserve in Österreich zurückgegriffen, um die Stabilität des Netzes in Deutschland aufrecht halten zu können. Damals gab es ungewöhnlich viel Windkraft-Einspeisung in Norddeutschland, im Süden fehlten Kapazitäten, Tennet wollte aber eine Überlastung der Leitungen verhindern und rief Strom aus den EVN-Kraftwerken Korneuburg und Theiß sowie aus einem Verbund-Ölkraftwerk in der Nähe von Graz (Werndorf) ab.

Der Präsident des Branchenverbandes "Österreichs Energie", Peter Layr, hatte unlängst gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones erklärt, die Kraftwerkshilfen für Deutschland stünden lediglich "für ein Jahr mit einer Verlängerungsoption" zur Verfügung. "Auf längere Dauer wird das sicher nicht so weitergehen können, weil wir in Österreich nach wie vor mit einem Absatzwachstum bei Strom von durchschnittlich 1,8 Prozent im Jahr bis 2020 rechnen", betonte Layr dort laut "Welt": "Damit werden unsere Kraftwerkskapazitäten schrittweise wieder für den Heimatmarkt benötigt."

Die Zeitung weist darauf hin, dass der Stromverbrauch in Deutschland steigen werde, wenn die bisher milden Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Zugleich würde die Möglichkeit von Stromimporten aus Frankreich abnehmen.

(APA)

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

mehr Wirtschaftspolitik…

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • U-Ausschuss

    Das Who is Who des U-Ausschuss

    Ranking

    Die größten Handelsunternehmen...

  • Boot Tulln

    Österreichische Werften auf der...

    Exportbilanz

    Österreichs Außenhandel im Fokus

Ähnliche Artikel

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • colourbox
    Erfindungsranking

    Österreichs innovativste...

    WB/Peroutka
    Bau-Skandal

    Besuch im Skylink-Terminal

  • Hypo

    Die Manager des Flops

    Wiener Hauptbahnhof

    Ausblick auf die Großbaustelle

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien 

  • IT-Riesen

    Die Köpfe des Web

    Die Cashcows im Internet

    Die zehn Websites, die am...

  • Lionel Messi/EPA
    Top-Marktwerte

    Die teuersten Fußballer der Welt

    U-Ausschuss: Buwog

    Das Who is Who des...

Wirtschaftspolitik Österreich: Meistgelesen

/images/uploads/c/7/e/519294/Tumpel3_Mayr-Low20120522185817.jpg
 AK-Chef will Managergehälter gesetzlich deckeln

Herbert Tumpel von der Arbeiterkammer fordert eine Begrenzung der Managergagen von...

mehr Fotogalerien>

Fotogalerien Karriere

  • Watchlist Mai

    Menschen in Bewegung

    Watchlist April:

    Menschen in Bewegung