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IWF fordert von Wien rascheren Schuldenabbau - Reaktionen

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07.09.2011 | 13:39

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IWF fordert von Wien rascheren Schuldenabbau - Reaktionen

Der internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Österreich ehrgeizigere Maßnahmen zur Schuldenreduzierung.

In einem soeben veröffentlichten IWF-Länderbericht der Finanzinstitution heißt es, die derzeitigen Budget-Konsolidierungspläne seien kaum ausreichend, die Schulden auch längerfristig auf jenen Abwärtskurs zu bringen, der nötig sei, um den finanziellen Risiken zu begegnen. Besorgnis herrscht im Währungsfonds nach wie vor über das Engagement der österreichischen Banken in Ost-und Südosteuropa.

Der IWF hatte die Ergebnisse seines nun veröffentlichten sogenannten Artikel IV-Berichts zusammen mit der Oesterreichischen Nationalbank bereits am 14. Juni in Wien präsentiert.

Die Staatsschulden lägen deutlich über dem Vorkrisenniveau, schon mit dem Budget 2012 sollten die Bemühungen zum Schuldenabbau "ehrgeiziger" werden, heißt es im Bericht. Die Sparmaßnahmen sollten sich auf die Bereiche Pensionen, Gesundheitswesen und Subventionen konzentrieren. Eine breite Verwaltungsreform wäre notwendig und könnte maßgeblich helfen Kosten zu sparen. Die Banken müssten die Gelegenheit nutzen und Puffer von qualitativ hochwertigem Kapital aufbauen.

Besorgt sieht der Währungsfonds nach wie vor das (Süd-)Osteuropa-Engagement der österreichischen Banken: Die Institute hätten 2010 wieder Gewinne gemacht und damit ihr Eigenkapital verbessert - die Qualität ihrer nach "CESEE" vergebenen Kredite sei aber nach wie vor "problematisch", meint man in Washington. 47,6 Prozent der von deren Töchtern vergebenen Kredite seien Fremdwährungskredite, der Anteil der Fremdwährungen bei Krediten über die Grenze liege sogar bei 77 Prozent. "Die faulen Kredite ("NPL") in den österreichischen Büchern sind zwar niedrig, aber der große Anteil von Krediten in Schweizer Franken ist besorgniserregend."

Der Schweizer Franken war in den vergangenen Monaten massiv im Wert gestiegen, was die geschuldeten Summen entsprechend massiv erhöht. Erst am Dienstag hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) gegen den Wertzuwachs des Frankens interveniert und angekündigt, ab sofort "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" einen Kurs von wenigstens 1,20 zum Euro verteidigen zu wollen.

"Ein großer Bestand an Fremdwährungskrediten ist problematisch, weil er politische Antworten (...) in Krisenzeiten erschwert und weil er nach einem externen Schock die heimische Nachfrage weniger widerstandsfähig macht", merkt der IWF in seinem Bericht an. Der IWF räumt aber ein, dass nach Maßnahmen der österreichischen Aufsichtsbehörden und "abschreckenden Wechselkursveränderungen" der Anteil der Fremdwährungskredite tendenziell zurückgehe.

Erste Reaktionen

Der in der Nacht auf Mittwoch veröffentlichte IWF-Länderbericht zu Österreich hat mit seiner Forderung nach rascheren Reformen und einem schnelleren Sparkurs Zustimmung gefunden. Das BZÖ fühle sich in seiner Forderung nach der Einführung einer Schuldenbremse bestätigt, erklärte dessen Generalsekretär Christian Ebner. "Sogar im Euro-Krisenland Spanien sind Regierung und Opposition aufgewacht und führen in einem nationalen Schulterschluss eine Schuldenbremse im Verfassungsrang ein."

Ingrid Korosec vom VP-nahen Österreichischen Seniorenbund forderte von der Regierung, diese müsse "das Reformtempo erhöhen". Speziell die Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters würden immer wieder verzögert. Die SPÖ solle "den Weg für ein Ende der teuren Pensionsprivilegien, wie etwa der Hacklerregelung, freimachen", forderte Axel Melchior von der Jungen ÖVP.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (S) meinte in der Mittags-ZiB des ORF-Fernsehens, seit der Regierungsklausur in Loipersdorf seien Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters getroffen worden, die nach und nach immer wirksamer würden. Der Konsolidierungspfad werde "strikt eingehalten". Die Maastricht-Grenze beim Defizit werde 2013, "wenn wir Glück haben vielleicht schon ein Jahr früher erreicht."

(APA)

"Der neueste Bericht des IWF bestätigt einmal mehr, dass der derzeitige Wohlstand in Österreich, ohne Schuldenabbau und Systemerneuerung wie z.B bei Pensionen und Gesundheit nicht mehr aufrechtzuerhalten ist", sagte der Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, Peter Haubner. "Derzeit zählt Österreich noch zu den sechs Tripple A Ländern in Europa und ist Spitzenreiter was Wirtschaftsleistung pro Einwohner und Lebensqualität betrifft. Mit täglichen Steuerdiskussionen, sorglosem Umverteilen von Steuergeldern und der Finanzierung von Privilegienpensionen werden Jobs, Wachstum und damit der Wohlstand für zukünftige Generationen riskiert."

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8 Kommentare

Das sieht unsere ÖVP-SPÖ Regierung andes!

* Sie machen neue Mittelschule mit 40% höheren Personalkosten im ohnehin teuersten Schulsystem Europas.
* Sie erhöhen verschiedenste Sozialleistungen
* Sie schicken Beamte über "Hacklerpension" in Frührente, ohne Abschläge
* Frauen gehen weiter 5 jahre früher in Pension als Männer (einmalig in OECD) egal ob sie Kinder hatten oder nicht.
Sie verhindern weiterhin eine Pensionsreform auf Landes und Gemeindeebene.
Sie verhinderen eine Offenlegung von Parteispenden und verhindern Strafrechtliche Verfolgung von Firmen die öffentl. Aufträge annehmen, mit dem Ergebnis dass in Österreich 30% mehr für öffentliche Aufträge bezahlt wird als in Deutschland (wer kassiert da wohl?).
* Die Umwidmung von Grün- ind Bauland ist völlig intransparent und ungerecht, Vorteile haben nur die "freude" der jeweils machthabenden in den Gemeinden, die Aufschließungskosten und Verkehrskosten werden dann der allgemeinheit angelastet.
Alles in allem Korruption wohin man schaut

Von Gast: Gast: Jonas am 07.09.2011 um 12:05

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Re: Genau so ist es,

aber da die Mehrheit es so will - denn die Regierung ist ja demokratisch legitimiert - wird das Volk die Kosten tragen. Bis zum bitteren Ende...

Von Gast: Gast: pest am 08.09.2011 um 10:30

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Re: Re: Zur demokratischen Legitimation!

Man kann natürlich das Parteienwahlrecht als Erklärung heranziehen und eine demokratische Legitimation daraus ableiten.

Man kann sich aber auch die Lebensläufe der Parlamentarier, also die Verantwortlichen für die Gesetzgebung anschauen und dann die Legitimation beurteilen. Dann muss man in Ö feststellen, dass es Lobbyisten sind, welche einen direkten Zugriff auf die Gesetzgebung haben und auch schon immer hatten. Eine unerträgliche Dominanz von Beamten und Funktionären der geschützten Bereiche, welche sich schon seit Jahrzehnten das Recht in eigener Sache gemacht haben. Ich kann aus dieser Beobachtung heraus keine demokratische Legitimation erkennen, eher nur noch grauenhafte Vorgänge, welche die 2. Republik zerstören.

Weil aber alle NR Parteien gleich falsch handelten, so geht kein Wille mehr vom Volk aus, sondern nur von den Beamten und Funktionären der geschützten Bereiche. Der Wille der Mehrheit?

Von Gast: Gast: ET am 08.09.2011 um 11:09

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Re: Re: Re: Sehe ich genau so.

Mein Einwurf war sarkastisch gemeint! Es ist den Menschen weitestgehend unklar, daß sie durch ihr Wahlverhalten genau das bekommen, was sie wählen. MAN WÄHLT AUS Tradition oder weil es die Journaille pusht. Eher gegen als für etwas. Hinterher will's dann wieder keiner gewesen sein (kennt man ja aus der Historie...) aber die Parteien, die sich jemals in diesem Staat gegen den Proporz gestellt haben und mehr direkte Demokratie forderten, sind über ein Fünftel der Wählerschaft nie hinausgekommen. ie Mehrheit hat es sich einstweilen gut im System eingerichtet und will keine Veränderung. Wie viele in diesem Staat ein Einkommen ohne Arbeit beziehen und der Brust von Staat und Volk als Parasiten hängen, wage ich nicht anzudenken...

Von Gast: Gast: pest am 09.09.2011 um 07:54

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Re: Ja, das Versagen ist einfach nur noch unglaublich!

Schon 2010 waren folgende Staatsausgaben pro Person in USD:

1) Österreich:.....24.255
2) Frankreich:.....22.039
3) Deutschland:..18.939
4) Italien:..........17.251
5) Griechenland:.13.996
6) Spanien:.......13.545
7) Portugal:.......10.790
8) Tschechien:.....8.513

Geschichtlich betrachtet schaut es so aus:
Die Entwicklung der Staatsausgaben:
2011: 152.091 = 404 %
2005: 121.934 = 321 %
2000: 107.830 = 284 %
1995: 98.188 = 259 %
1990: 70.139 = 185 %
1985: 54.848 = 145 %
1980: 37.905 = 100 %

Entwicklung VPI, Verbraucherpreisindex
2011: ca. 214 %
2005:......196 %
2000:......178 %
1995:......166 %
1990:......141 %
1985:......127 %
1980:......100 %

Zusatzsteuern werden die massiven Probleme Österreichs nicht lösen. Auch Gewerkschafter, Beamte oder sonstige Lobbyisten werden die Lösungen niemals schaffen können.

Von Gast: Gast: ET am 07.09.2011 um 12:55

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Re: Re: Die Aufstellung ist toll!

Interessant wäre die Quelle. Man kann ja das BIP per capita durch die Staatsquote dividieren, aber so schön aufgelistet sah ich das noch nie! Chapeau!

Von Gast: Gast: pest am 09.09.2011 um 07:46

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Re: Re: Re: Datrenquellen

Staatsausgaben pro Einwohner aus dem CIA World fact book, deshalb auch in USD. Ist Online verfügbar.

Staatsausgabenentwicklung von Tabellen des BMF, welche mit dem Budget 2011 geliefert wurden. Die Zusatzinformationen mit den % habe ich selber gemacht.
Ist auch Online auf der Homepage des BMF verfügbar.

VIP kommt dann von der Statsitik Austria. Da gibt es alle notwendigen Daten dazu, auch die Verkettungen.

Von Gast: Gast: ET am 09.09.2011 um 09:22

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Re: Re: Re: Re: Danke...

...für die Mühe. Konnte das auch auf den OECD Seiten verifizieren und werde für Verbreitung sorgen!

Von Gast: Gast: pest am 09.09.2011 um 17:32

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