von Anna Offner | 08.12.2010 | 11:00
Junge Industrie fordert beste Köpfe als Lehrer
Dass in der Bildungspolitik Feuer am Dach ist, belegen spätestens die Ergebnisse der Pisa-Studie: Beim Lesen sind nur noch Türkei, Chile, Mexiko und Kirgistan schlechter als Österreich.
15 Prozent aller heimischen Schüler zählen auch bei Mathematik und Naturwissenschaften zur Risikogruppe.
Als „furchterregend und für den Industriestandort“ bezeichnet Therese Mitterbauer, Vorsitzende der Jungen Industrie (JI), die Ergebnisse. Österreich könne sich im internationalen Wettbewerb ob seiner hohen Abgabenquote und der hohen Lohnkosten nur durch das Humankapital abheben. „Wir müssen die Bildung hüten, wie einen goldenen Schatz“, so Mitterbauer. Reformen seien unabdingbar.
Frei nach dem Motto „der Fisch fängt beim Kopf zu stinken an“ fordert die JI besser qualifizierte Lehrer. Wie in Finnland, das beim Pisa-Test in allen Bereichen Spitzenwerte belegt, fordert Mitterbauer in Österreich nur die besten zehn Prozent aller Lehreramtsanwärter als Lehrer zuzulassen. Dafür müsse auch die Ausbildung der Lehrer reformiert werden.
Intelligenz fördern
Beim SPÖ-Konzept der Gesamtschule befürchtet Mitterbauer, dass nach unten nivelliert werde. Die Qualität könne nur gesteigert werden, indem schwache und intelligente Schüler gleichermaßen gefördert würden. Dies könne aber auch in einem gut ausgeklügelten System der Gesamtschule der Fall sein. Die JI fordert eine bildungspolitische Diskussion über die Qualität und nicht über die Struktur und Machtverteilung.
Kommentare… Kommentar hinzufügen…