von Christian Kreuzer | 20.02.2012 | 09:12
Telekom-Aktionär: "Klagen gegen die TA sind durchaus denkbar"
Aufruhr. Aktionäre wollen im Zuge der Korruptions-Affäre den Klagsweg gegen die TA berschreiten.
Rupert-Heinrich Staller droht dem TA-Management
Zitiert
Rupert-Heinrich Staller - Aktionär
Das Management muss für volle Aufklärung sorgen, denn der Vorstand steht unter Wahrheitspflicht
Wien. Die zahlreichen Affären, die derzeit die börsenotierte Telekom beuteln, rufen nun auch die Aktionäre auf den Plan. Rupert-Heinrich Staller, der sich in der Vergangenheit einen Namen als kritischer Aktionär gemacht hat, will dem Telekom-Vorstand auf den Zahn fühlen.
Knackpunkt ist für ihn die Hauptversammlung, die im Mai stattfinden wird. "Das Management muss für volle Aufklärung sorgen, denn der Vorstand steht unter Wahrheitspflicht", sagt Staller zum WirtschaftsBlatt. Sollte das Management nicht kooperativ sein, sind für den Aktionär "Klagen durchaus denkbar".
"Stimme der Vernunft"
Eine außerordentliche Aktionärsversammlung hält er hingegen für "sinnlos". Ronny Pecik, der seine Anteile bei der Telekom Austria kontinuierlich erhöht, könnte bereits im Frühjahr eine außerordentliche Versammlung einberufen, um seine Vertrauensleute in den Aufsichtsrat der Telekom Austria zu hieven. Derzeit findet ein Buhlen um Aktionärsstimmen zwischen Pecik und der ÖIAG statt, wie das WirtschaftsBlatt berichtete.
Pecik möchte auch den Aufsichtsratsvorsitzenden und ÖIAG-Chef Markus Beyrer durch einen Vertrauensmann ablösen. Damit könnte der Investor sein Aktienpaket teurer an einen strategischen Investor verkaufen, wie Marktkenner erläutern. Aktionär Staller hält sich aus dem Match heraus und beobachtet die Entwicklung von neutraler Stelle aus. "Ich werde auf der Hauptversammlung die Stimme der Vernunft sein", erklärt er.
Personalwechsel
Dass TA-Chef Hannes Ametsreiter der richtige Mann an der Spitze der Telekom ist, daran zweifelt auch Staller. Ähnlich wie Anlegerschützer Wilhelm Rasinger will er neues Personal im Top-Management sehen. Rasinger hatte jüngst erklärt, dass es in den Schlüsselpositionen Manager brauche, die von der Vergangenheit unbelastet seien und die sich nicht ständig rechtfertigen müssten, dass sie da und dort nichts gesehen hätten, meint der Anlegerschützer.
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