von Franz Gansrigler | 09.10.2008 | 21:14
ALC Burgenland - Siegerkategorie Dynamische Kleinbetriebe: Leidl & Emmer punkten mit persönlichem Einsatz
Die persönliche Dynamik steht beim Raumausstatter Leidl & Emmer im Vordergrund. Damit hat sich das Familienunternehmen seit 1991 emporgearbeitet.
Raumausstatter Viktor Emmer lässt sich von Verlockungen des Preisdumpings nicht einwickeln: Sein Erfolg ist in Qualität und persönlichem Service begründet
Die Ränge
Platz 2: Buxbaum Automation
Das Eisenstädter Automatisierungs- und Bildverarbeitungstechnik- Unternehmen Buxbaum Automation hat in den vergangenen drei Jahren seinen Umsatz um 36 Prozent auf 1,77 Millionen € gesteigert. Momentan sucht Geschäftsführer Dietmar Buxbaum, der fünf Mitarbeiter beschäftigt, neue Techniker.
Platz 3: Lehner electronics
Ende Oktober übersiedelt Lehner electronics von Eisenstadt nach Großhöflein. Eine knappe Million hat das neue Betriebsgebäude gekostet. Mit 15 Mitarbeitern verdoppelte Firmenchef Johann Lehner in drei Jahren den Umsatz auf 970.000 €.

Dietmar Buxbaum, Geschäftsführer von Buxbaum Automation

Johann Lehner, geschäftsführender Gesellschafter Lehner electronics

Die ALC Siegerehrung im Schloss Esterhazy
Mit „bestem Service“, wie Geschäftsführer Viktor Emmer sagt, hat sich der Raumausstatter Leidl & Emmer in Steinberg-Dörfl seit 1991 kontinuierlich emporgearbeitet. Damals haben Emmer und sein Schwager Peter Leidl den Terrazzo-Betrieb von Leidls Vater übernommen und sind in die Raumausstattung gegangen.
„Die Leute sind überrascht, wenn der Chef höchstpersönlich zum Ausmessen und Beraten vorbeikommt“, sagt Emmer. Er und sein Schwager machen alles selbst, nur einen Tapezierer leisten sie sich. „Deshalb erwirtschaften wir einen guten Ertrag“, sagt Emmer.
Der Umsatz schwankt insofern, als manches Jahr – wie 2006 vom Krankenhaus Oberpullendorf – Großaufträge kommen, die gleich einmal 50.000 € ausmachen.
Fast 20 Prozent des Umsatzes von zuletzt 260.000 € bleiben der Leidl & Emmer Raumausstatter GesmbH. „Und das ist super“, meint Emmer. Er kann es sich leisten, nicht jeden Auftrag anzunehmen. Beispielsweise lehnt er Verlegearbeiten ab, wenn der Parkettboden von einem Kunden nicht bei ihm, sondern im Baumarkt gekauft worden ist.
Desgleichen macht er bei der Preisspirale nach unten nicht mit. „Die Preise im Objektgeschäft sind so im Keller, dass wir mit Preisen von 1991 in den Markt gehen müssten, um groß mitzuspielen“, sagt Emmer. Er beklagt, dass beispielsweise die öffentliche Hand bei Schulen, Gemeindebauten, Feuerwehrhäusern, aber auch Wohnbaugenossenschaften immer nur den Billigst-, nicht den Bestbieter nehmen.
Emmer strahlt persönlich sehr stark Dynamik aus. In seinem 600 Quadratmeter großen Schau- und Verkaufsraum gibt es keine Laufkundschaft. Mundpropaganda ist seine beste Werbung. „Für Billigschnäppchen schaut keiner bei uns vorbei“, sagt Emmer. „Wohl kommen aber Leute, die bei Baumärkten eingefahren sind.“
Von der guten Konjunktur der vergangenen Jahre habe er nicht so stark profitiert, sagt Emmer. Deswegen fürchte er auch den Abschwung in der Krise weniger.
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