von Andreas Kolb | 20.10.2009 | 22:33
ALC STMK - GOLDENER MITTELBAU: Frauenthal reinigt Kraftwerksrauch
Die Rauchgasreinigung in Kraftwerken ist Hauptgeschäftszweig der Porzellanfabrik Frauenthal. Die Weststeirer bedienen dabei einen globalen Markt.
Porzellanfabrik Frauenthal-Geschäftsführer Karl Führer ist immer auf der Suche nach neuen Anwendungsgebieten für seine Rauchgas-Reinigungs-Katalysatoren

Die Siegerehrung in der Helmut List Halle
Die Rankings im Detail
Katalysatoren für die Rauchgasreinigung bei kalorischen Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen liefert die Porzellanfabrik Frauenthal GmbH aus dem weststeirischen Frauenthal in die ganze Welt. Die Katalysatoren, die in der Hauptsache aus einer Titan-Wolfram-Mischung bestehen, der Vanadium für die chemische Reaktion beigemengt ist, zerlegen die bei der Verbrennung entstehenden Stickoxide in harmlose Substanzen.
"Diese katalytische Keramik macht rund 80 Prozent unseres Geschäfts aus", schildert Frauenthal-Geschäftsführer Karl Führer. Weitere 20 Prozent des Umsatzes von zuletzt 44,2 Millionen € würden mit nicht-katalytischen Wabenkörpern erzielt, die als Gießfilter in Metallschmelzbetrieben oder als Wärmetauscher in Verbrennungsanlagen zum Einsatz kommen. Hergestellt werden die Produkte von 280 Mitarbeitern am weststeirischen Standort. In Kansas City in den USA und in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul besitzt die Porzellanfabrik Frauenthal Vertriebsniederlassungen.
Die globale Ausrichtung zählt Führer zu den absoluten Stärken seines Betriebs: "Wir haben die Krise nur in Teilbereichen, etwa bei Keramikkatalysatoren für schwere Nutzfahrzeuge, zu spüren bekommen. Am Rauchgasreinigungssektor haben wir im Vorjahr von einer Verschärfung der Grenzwerte in den USA profitiert, heuer ist China unser wichtigster Markt."
Neue Produkte
Eine weitere Stärke seien ständige innovative Verbesserungen. Führer: "Wir suchen nach neuen Mischungen für unsere Katalysatoren, die einen Einsatz in einem breiteren Temperaturbereich ermöglichen. So wird zum Beispiel sicher die Rauchgasreinigung in Biomasse-Kraftwerken interessant, die ganz andere Anforderungen stellt als die Reinigung von Abgasen aus Kohlekraftwerken." Auch die Zementindustrie, die mit viel höheren Temperaturen arbeitet als Kraftwerke, sei ein Kundensegment der Zukunft.
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