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von Barbara Schumy | 28.11.2008 | 16:42

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Das Uni-Spin-Off Roxstar entwickelte eine Software, die Handelsunternehmen Know How über die Kunden auf Knopfdruck ermöglicht.

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Mit Online-Marktforschungstools wollen die Roxstar-Unternehmer Anton Bayer, Michael Kötteritzsch, Anita Engleder, Gernot Bernkopf (v.li.) durchstarten

Nicht erst die weltweiten wirtschaftlichen Tumulte der letzten Monate verstärken den Wettbewerb am Markt. Überleben kann letztlich nur das Unternehmen, dass auf seine Kunden auch in schwierigen Zeiten zählen kann. Vor allem im Handelssektor war der Kampf und das Umwerben des Konsumenten aber schon immer gang und gäbe: Von Super-Diskonten über Mega-Rabatten bis hin zu Kundenkarten und Schlussverkäufen, die scheinbar schon beginnen, obwohl die jeweile Saison erst gar nicht angefangen hat. Doch um beim Kunden richtig punkten zu können, muss man ihn kennen. Am besten in- und auswändig. Marktforscher haben dazu zahlreiche kreative Methoden und Tools entwickelt, um über die Vorlieben, die Einkaufsgewohnheiten und die Persönlichkeit des Kunden möglichst genaue Daten zu erhalten.

Mit einer Innovation speziell im Handelsbereich wartet nun ein Linzer Start Up auf. Ursprünglich als reines Studentenprojekt geplant im Auftrag für ein großes Unternehmen, dem deutschen Handels- und Dienstleistungskonzern BayWa, haben sich kluge Köpfe eine Online-Marktforschungssoftware ausgetüfelt. "Wir haben die erste Online-Martkforschungssoftware speziell für den Handel entwickelt", ist Roxstar-CEO Michael Kötteritzsch überzeugt.

Re(t)a(i)l-Time

Mit diesem Produkt hat sich das Gründerteam rund um Michael Kötteritzsch anfang 2008 nun, nachdem die Software drei Jahre erfolgreich im Einsatz war, selbstständig gemacht und die Firma Roxstar gegründet. Das Business des Start Up dreht sich vorrangig um die Software-Lösung, die Kundendaten für die Marktforschung erhebt und die auch für Kundenbindung, Cross-Selling-Aktivitäten sowie gezielte Aktionen bzw. Kampagnen eingesetzt werden kann.

Langwierige und kosteninsive Online-Umfragen sind laut Aussagen des damaligen Projektauftraggebers BayWa nach Einsatz dieser speziellen Software der Linzer Entwickler nun ad acta gelegt. Marketingverantwortliche können auf der Website nun zum Beispiel mehrere Umfragen gleichzeitig online einstellen und diese sozusagen auf Knopfdruck selbst auswerten. „Aktuell ist unsere Lösung auf die Anforderungen von Handelsunternehmen ausgerichtet. Sie bietet aber etwa auch der Automobilindustrie oder Versicherungsunternehmen einen enormen Mehrwert. Im Prinzip unterstützt die Software alle Unternehmen mit direktem Zugang zum Kunden", sagt Kötteritzsch. Der Markt für Online-Marktforschung scheint aus heutiger Sicht jedenfalls vielversprechend: Prognosen gehen davon aus, das 40 Prozent aller Marktforschungen in Zukunft online durchgeführt werden. Außerdem wird das Internet längst von der überwiegenden Mehrheit  der Konsumenten regelmäßig genützt. Studien besagen, dass zur Zeit über 80 Prozent der 14 bis 59 Jährigen regelmäßig das Internet nützen.

Vorreiter, Verfolger und Vorlieben

Die Vorteile der Online-Marktforschung im Gegensatz zu herkömmlichen Offline-Umfragen sind laut Kötteritzsch vor allem die schnelle Realisierung, die Wirtschaftlichkeit und die unmittelbare Verfügbarkeit der benötigten Informationen. Mit der in Linz entwickelten Online-Marktforschungssoftware ist es zum Beispiel möglich, Umfrageteilnehmer ihren Interessen entsprechend durch die Online-Fragebögen zu führen und so Werbemaßnahmen zielgerichtet zu platzieren. Anreize zur Teilnahme bilden beispielsweise Gewinnspiele und Gutscheincodes.


„Innovation unterscheidet den Vorreiter von den Verfolgern" meint Michael Kötteritzsch und zititiert hier den Mitgründer und CEO von Apple, Steven Jobs. Die aktuellste Neuentwicklung von Roxstar ist übrigens ein Web-To-Print Modul, das entsprechend den Antworten eines Kunden in der Online-Umfrage, personalisiertes Informationsmaterial erstellt und dieses automatisiert dem Kunden zugesendet. Ziel ist, jedem Kunden seinen Vorlieben und Interessen entsprechendes Werbematerial anzubieten und so "völlig neue Wege in der Kundenbindung und -gewinnung" zu gehen.

Auf den Weg macht sich auch das junge Linzer Unternehmen selbst. Expansionspläne gibt es derzeit einmal für den deutschsprachigen Raum. Aber auch international will das Spin-Off der Linzer Johannes Kepler Universität  in den nächsten Jahren durchstarten. Denn die Gründer sind überzeugt, dass in der von ihnen entwickelten Marketing- und Online-Marktforschungssoftware speziell für den Retail-Bereich noch genügend Potenzial steckt. Schnell ändernde Marktanforderungen und vielleicht auch die wirtschaftlichen Umbrüche am Handelssektor, wenn in Zukunft die Ausgaben für Marketing noch genauer unter die Lupe kommen, dürften ihnen zu Gute kommen.

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