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Schutz vor dem Feind im eigenen Haus

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von Stefan Mey | 14.07.2008 | 20:30

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Schutz vor dem Feind im eigenen Haus

Der Verlust von Daten durch Mitarbeiter kann Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Das verspricht das 2003 gegründete Unternehmen Infowatch, eine Tochter von Kaspersky Lab, zu verhindern.

beigestellt

Infowatch-CEO Natalya Kaspersky: "Die deutsche Sprache war eine Herausforderung"

Natalya Kaspersky, CEO von Infowatch, redet über Gefahren, Schutz und die Tücken der deutschen Sprache.

WirtschaftsBlatt: Wie kann es überhaupt passieren, dass heikle Daten nach außen dringen?

Natalya Kaspersky: Gewisse Mitarbeiter haben Zugriff auf die Daten, könnten diese aussenden und so dem Unternehmen schaden. Die englische Regierung hat über einen verlorenen Laptop die Personendaten von 25 Millionen Einwohnern verloren. Bei LG in Südkorea leiteten Mitarbeiter Daten an den Mitbewerb - das Unternehmen verlor 1,3 Milliarden Dollar.

Wie kann man sich schützen?

Konventionellen Schutz gibt es schon seit Jahren: Verschlüsselung, Zugangskontrolle, PCs mit heiklen Daten in separaten Räumen ohne Internetzugang aufstellen bis hin zum kompletten Scan der Mitarbeiter nach Aufzeichnungsgeräten.

Das klingt nach Militär und High-Security-Area.

Genau, und das machen wir nicht. Wir bieten eine Brücke zwischen einer übertriebenen und gar keiner Überwachung. Dazu sehen wir uns die Kanäle an, über die Informationen hinausdringen könnten: Mail, Uploads, Ports und Drucker. Die Kanäle werden automatisch nach heiklen Inhalten gescannt. Wird so eine Information hinausgeschickt, wird sie entweder ganz geblockt oder muss von einem Verantwortlichen freigegeben werden - wenn wirklich etwas hinausdringt, weiß man, wer es war.

Nervt das Mitarbeiter nicht?

Wir sagen den Führungskräften, dass sie ihre Mitarbeiter ausführlich informieren müssen. Viele nehmen auch anfangs die höchste Sicherheitsstufe und lockern es nachher wieder. In KMU kennt jeder jeden, aber Konzerne brauchen eine professionelle Lösung.

Dann sind Ihre Kunden hauptsächlich Konzerne?

Wir konzentrieren uns auf große Unternehmen wie die Bank of Moscow oder die Gazprom. In unserem Heimmarkt Russland haben wir inzwischen 50 große Kunden.

Und der internationale Markt?

Die Software arbeitet mit Inhaltsanalyse, und da war die deutsche Sprache eine Herausforderung: Durch verschiedene Deklinationen und geteilte Verben haben wir ein Jahr lang nur für diesen Sprachraum entwickelt.

Letzte Frage: Wie sieht die Zukunft aus?

Wir wollen mehr Kanäle und mehr Formate überwachen. Die Sprachschwierigkeiten werden wir durch die Möglichkeit kompensieren, Dateien als "streng vertraulich" zu etikettieren.

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