von Karl Leitner | 07.02.2012 | 09:51
Hochreiter steht vor Ausbauoffensive 2.0
Expansion. Salami-und Knödelhersteller Hochreiter will expandieren. Ein weiteres Werk und bis zu 200 neue Jobs sollen entstehen.
Wolfgang und Gottfried Hochreiter stellen seit 2008 auch Salami für Pizzas her, die auf den US-Markt geliefert werden
Bad Leonfelden. Der Wurst- und Fleischverarbeiter Hochreiter GmbH steht vor einer weiteren Großinvestition im Mühlviertel. In Reichenthal nahe Bad Leonfelden soll ein Werk für Convenience-Produkte mit einer „hochmodernen Lasagneproduktion als Kernstück" entstehen, berichtete kürzlich das Bezirksmagazin „GUUTE Journal" im Hochreiter-Heimatbezirk Urfahr-Umgebung. Das Werk soll in der unweit der tschechischen Grenze gelegenen Gemeinde auf einem 100.000 Quadratmeter großen Areal gebaut werden.
Investitionssumme wird keine genannt. Firmenchef Wolfgang Hochreiter spricht jedoch auf Anfrage des WirtschaftsBlatt von „25 bzw. zehn Millionen € - je nach Variante". Die Entscheidung falle laut Hochreiter in „zwei bis drei Wochen", wobei ausschlaggebend für die Höhe der Investition der Ausgang der Behördenverfahren sei. Er wolle deshalb keine weiteren Auskünfte zu dem Projekt geben. Der Bericht des Magazins sei aber grundsätzlich richtig.
In diesem wird von bis zu 200 Jobs gesprochen, die in Reichenthal in der Endausbauphase entstehen sollen. In der Startphase sollen es 150 sein. Plan sei, dass die Firma einen Teil der Produktion aus dem Hauptwerk Bad Leonfelden, wo erst im Vorjahr ein Erweiterungsbau mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen € eröffnet wurde, nach Reichenthal verlegt und Leonfelden zu einer reinen Schinken- und Salamifertigung umgerüstet wird. Die Firma soll dadurch besser auf Anforderungen des Marktes reagieren können. Hochreiter stellt in Leonfelden Salami, Schinken, Meat Balls sowie weitere (Brühwurst-)Produkte für Großhandel und Kunden aus der Lebensmittelindustrie her. Die Produktionskapazität liegt bei 25.000 Tonnen pro Jahr. 2007 wurde ein Betrieb zur Produktion von Knödeln gebaut.
Export in 20 Länder
Das hochexpansive Unternehmen liefert seine Produkte in 20 Länder (die aktuelle Exportquote liegt bei 20 Prozent), wobei der Umsatz mit der rasanten Entwicklung Schritt hielt. So lag er 2006 bei 35 Millionen €, für das Geschäftsjahr 2011 (läuft bis 28. Februar) gibt Hochreiter 75 Millionen € an.
Seit 2008 werden auch Salamiauflagen für Pizzas, die am US-Markt verkauft werden, produziert. Auf die dafür nötige Zertifizierung sind die Mühlviertler besonders stolz, zumal die Produkte damit „den strengsten Lebensmittelgesetzen der Welt entsprechen".
Wichtige Exportmärkte sind Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Osteuropa. Die aktuelle Exportquote liegt bei 92 Prozent. Die Firma ist in Familienbesitz, wobei drei Viertel von Wolfgang Hochreiter und ein Viertel von seinem Bruder Gottfried gehalten werden.
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