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Marzek Etiketten zieht der Konkurrenz im Land davon

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von Daniela Friedinger | 11.09.2011 | 17:47

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Marzek Etiketten zieht der Konkurrenz im Land davon

Vor wenigen Tagen übernahm Marzek Etiketten seine ukrainische Tochter zu 100 Prozent. In der Krise wuchs Marzek dort als „kapitalstarker Westler“ besonders kräftig.

WB/Foltin

Der große Inlandsmarkt und die Zollunion mit Russland lockte Firmenchef Johannes M. Wareka 2009 in die Ukraine

Traiskirchen. Anfang August erfolgte die Übertragung der Anteile, seit vergangenen Dienstag ist es auch im Firmenbuch eingetragen: Marzek Etiketten ist nun 100-Prozent-Eigentümer seiner Tochter in der ostukrainischen Großstadt Dnipropetrovsk. Der ukrainische Geschäftsmann Dimitri Nudel, der das Unternehmen einst gründete und zuletzt noch 24 Prozent hielt, wurde ausgezahlt. Denn Marzek Etiketten hat in der Ukraine noch viel vor.

„Ich weiß nicht, ob es heuer schon gelingt oder im nächsten Jahr, aber unser Ziel ist es, an der Zehn-Millionen-€-Grenze zu kratzen", sagt Geschäftsführer Johannes ­Michael Wareka, der den 1879 gegründeten Familienbetrieb mit Sitz im niederösterreichi­schen Traiskirchen in vierter Generation führt. Im Vorjahr gelang eine Steigerung des Ukraine-Umsatzes um 33 Prozent auf rund acht Millionen €. Und auch im ersten Halbjahr heuer war das Wachstum mit 28 Prozent „so groß, dass es organisatorisch schon chaotisch wird", so Wareka.

"Kapitalstarker Westler"

Der Firmenchef führt das starke Wachstum unter anderem darauf zurück, dass man während der Krise, von der sich die Ukraine noch immer noch vollständig erholt hat, Marktanteile dazugewonnen hat. Schließlich habe man als „kapitalstarker Westler" einen Vorteil: Die Konkurrenz im Land tue sich etwa bei der Materialbeschaffung und deren Vorfinanzierung schwer. „Wenn man hingegen über Kapital im Hintergrund verfügt und als internationales Unternehmen auch Bankkredite bekommt, hat man in Krisenzeiten besondere Wachstumschancen", sagt Wareka.

Der Einstieg in die Ukraine erfolgte allerdings am Höhepunkt der Krise: Marzek Etiketten ist erst seit Februar 2009 vor Ort. Mit rund 160 Mitarbeitern werden Selbstklebeetiketten, Faltschachteln und andere Verpackungen für den ukrainischen Markt produziert.

Dabei will man freilich nicht nur über Marktanteile wachsen. Auch der Nachholbedarf ist Wareka zufolge groß: Während in Zentral­europa der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Selbstklebeetiketten bei zwölf bis 13 Quadratmetern liegt, sind es in der Ukraine erst 2,5 bis drei Quadratmeter.

Zollunion hilft

Derzeit wird am Standort Dnipropetrovsk mit rund 160 Mitarbeitern für den 46 Millionen Einwohner zählenden ukrainischen Markt produziert.

Laut Wareka handelt es sich für Marzek Etiketten aber auch deshalb um einen „strategisch wichtigen Standort", weil es die Zollunion zwischen der Ukraine und Russland gibt: „Wir haben es bisher noch nicht gemacht, aber wenn wir einen gewissen Teil der Wertschöpfung in der Ukraine darstellen können, ermöglicht uns der Standort, zollfrei nach Russland zu liefern", sagt Wareka.

Neben der Produktion in der Ukraine hat das Unternehmen, das in Niederösterreich rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, noch ­einen Standort in Ungarn.

 

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