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EU will Bio-Abfälle zum Energie-Rohstoff machen

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13.02.2012 | 14:33

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EU will Bio-Abfälle zum Energie-Rohstoff machen

Green Economy. Die EU-Kommission will angesichts immer knapper werdender Energie- und Lebensmittel-Ressourcen den Ausbau von Bioraffinerien fördern.

EPA

EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn sagte am Montag in Brüssel, die Umwandlung von Biomasse in Brennstoffe, Chemikalien und Energie habe eine große Zukunft. Die EU-Kommissarin präsentierte eine Strategie für eine nachhaltige Bioökonomie, die auf Forschungsinnovation, Entwicklung der Märkte und eine stärkere politische Koordinierung setzt.

Bio-Plastik, -Energie und Ethanol

Bis 2020 könnten Bioraffinerien weltweit mehr als 225 Mrd. Euro bringen, sagte Geoghegan-Quinn. Auch der Bio-Abfall stelle ein großes Potenzial dar, das in Kompost, Bio-Plastik und Bio-Energie umgewandelt werden könne und so mit zwei Prozent zur Erreichung der EU-Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen könne. Der aus Abfällen gewonnene Cellulose-Ethanol werde bereits in Dänemark und Italien in größeren Mengen hergestellt, erläuterte die Kommissarin.

Zu den jährlich in der EU produzierten 138 Millionen Tonnen Bio-Abfall zählen nach Angaben der Kommission auch 90 Millionen Tonnen verschwendete Lebensmittel, die künftig zu neuen Produkten umgewandelt werden könnten. Pro Personen machten die weggeworfenen Nahrungsmittel 180 Kilogramm im Jahr aus, sagte die EU-Kommissarin. Es gebe "eine Reihe von Möglichkeiten, aber Europa muss schnell handeln, um nicht ins Hintertreffen zu geraten".

Mit einem geschätzten Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit sieben Milliarden Menschen auf neun Milliarden im Jahr 2050 müsse Europa auf nachhaltigere Ressourcen umstellen, sagte die Kommissarin. Die Nachfrage an Lebensmitteln werde bis dahin um 70 Prozent ansteigen und die nach Energie um 100 Prozent.

Milliarden-Geschäft

Derzeit erzielt die Biowirtschaft in Europa nach Angaben der EU-Kommission einen Umsatz von knapp 2 Mrd. Euro und beschäftigt 22 Millionen Menschen. Ihre Strategie könne bis 2025 einen Zusatznutzen von 45 Mrd. Euro und 130.000 neue Jobs schaffen, sagte Geoghegan-Quinn. Neue Gelder sieht die EU-Kommission dafür nicht vor. Der Großteil soll aus dem künftigen EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizont 2020" finanziert werden. Es sieht unter anderem 4,7 Mrd. Euro für den Bereich "Ernährungssicherheit, nachhaltige Landwirtschaft, marine und maritime Forschung und Biowirtschaft" vor.

(APA)

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