Französische AKW sollen länger laufen
Atomenergie Es gebe keine andere Option als eine Verlängerung der Laufzeiten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Rechnungshofes. Neubauten oder ein Ausweichen auf andere Energieträger wäre demnach zu teuer.
Die französischen Atomkraftwerke sollten nach Ansicht des länger am Netz bleiben. Der Neubau von Kraftwerken oder das Ausweichen auf andere Energieträger wäre demnach zu teuer und würde nicht rechtzeitig gelingen. Es sei viel Geld nötig, um selbst die jetzt produzierte Strommenge beizubehalten, hieß es in der Studie. So müssten die Unterhaltsaufwendungen verdoppelt werden, womit die Stromerzeugung zehn Prozent teurer werde.
Frankreich ist wie kein anderes Land der Welt auf die Atomenergie angewiesen: Drei Viertel des Stroms werden in den Meilern hergestellt. Ende 2022 werden 22 französische Reaktoren 40 Jahre im Betrieb sein. Insgesamt gibt es in dem Land 58 Reaktoren. Das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim steht direkt an der deutschen Grenze in der Nähe von Freiburg.
Die Studie des Rechnungshofes wurde im vergangenen Jahr nach der Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima I in Auftrag gegeben. Während die konservative Partei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy den Anteil der Atomkraft bei 75 belassen will, hat der sozialistische Präsidentschaftskandidat Francois Hollande versprochen, die Quote bis zum Jahr 2025 auf 50 Prozent zu senken. Die Franzosen wählen am 22. April einen Präsidenten. Umfragen zufolge muss Sarkozy mit einer Niederlage rechnen.
In Deutschland wurde nach der Atomkatastrophe in Japan die gerade erst beschlossene Laufzeitverlängerung korrigiert. Mehrere Meiler wurden wegen Sicherheitsbedenken für immer vom Netz genommen. Das letzte Atomkraftwerk soll 2022 abgeschaltet werden.
(Reuters/ekh)
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