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"Grüne Woche" in Berlin soll Appetit auf Biokost machen

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von Barbara Forstner | 20.01.2012 | 09:22

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"Grüne Woche" in Berlin soll Appetit auf Biokost machen

Lebensmittel. Regionale, biologische und fair gehandelte Lebensmittel stehen im Zentrum der größten Agrarmesse der Welt. Österreich ist mit 34 Ausstellern vertreten.

DPA

Jährlich werden 8,1 Millionen Tonnen österreichische Lebensmittel exportiert

Handelsbilanz

Im Jahr 2011 exportierte Österreich Agrarprodukte im Wert von mehr als neun Milliarden €, ein Plus von 16,1 Prozent -die zweithöchste Steigerungsrate seit dem EU-Beitritt.

Dem gegenüber standen Einfuhren um 9,4 Milliarden €. Ein Jahr davor lag das Exportvolumen bei 7,8 Milliarden € und der Import von Nahrungsmitteln bei 8,7 Milliarden €. 32,3 Prozent aller Exporte gehen nach Deutschland, 12,8 Prozent nach Italien, 13,8 Prozent in die EU - 15,17,9 Prozent in die neuen EU-Länder und 23,2 Prozent in andere Länder wie etwa die Schweiz oder die Vereinigten Staaten.

Berlin. Deutschland ist Österreichs wichtigster Handelspartner, auch bei Lebensmitteln: Ein Drittel aller Agrarexporte geht in unser Nachbarland. Im Vorjahr waren das Nahrungsmittel im Wert von knapp drei Milliarden €, ein Plus von 11,4 Prozent gegenüber 2010. Aus Deutschland kamen Waren um 3,5 Milliarden € nach Österreich. Um das Handelsdefizit irgendwann auszugleichen, wirbt Österreich auch heuer wieder auf der "Grünen Woche" um die Gunst der deutschen Konsumenten. "In einigen Jahren soll es gelingen, die Handelsbilanz umzudrehen", sagte Stephan Mikinovic, Geschäfts führer der Agrarmarkt Austria (AMA) am Donnerstag in Berlin.

Größte Umsatzbringer waren Milch und Milchprodukte. Bei den Käseimporteuren bleibt Österreich nach den Niederlanden, Frankreich und Dänemark auf dem vierten Platz.

Österreich genieße bei den Konsumenten hohes Vertrauen, jede Krise wie EHEC oder der aktuelle Antibiotikaskandal bei Hühnern in Deutschland helfe dem heimischen Export: "Die Ausfuhren an biologischen Lebensmitteln verzeichnen eine steigende Tendenz", meint Mikinovic. Aktuelle Zahlen zum Biomarkt hatte die AMA aber nicht im Gepäck. "Wir wollen den Bio-Export forcieren, der Markt ist da", sagt AMA-Vorstand Franz Hautzinger im WirtschaftsBlatt-Gespräch: "Wir brauchen aber bei Futtermitteln eine gemeinsame EU-Agrarpolitik." Gentechnikfreie Tiernahrung müsse sichergestellt sein.

Regional und fair

Österreich produziert im Biobereich zwar genug Getreide, Milchprodukte oder Käse, hinkt aber bei Fleisch hinterher, da es nicht genug Futtermittel gibt. Hautzinger wünscht sich mehr Soja-Anbau von den Bauern: "Aber dazu brauchen wir Zeit." Die "Grüne Woche" ist die größte Agrarmesse der Welt. Sie setzt heuer auf Regionalität, biologisch erzeugte und fair gehandelte Lebensmittel, 1624 Aussteller aus 59 Ländern erwarten bis 29. Jänner rund 400.000 Besucher. Ein Messegast gibt im Schnitt 110 € aus.

Aus Österreich sind 34 Aussteller dabei. Partnerland ist in diesem Jahr (nach Ungarn im Jahr 2011) Rumänien. Deutschland ist Rumäniens wichtigster Handelspartner. Erstmals auf der Messe präsentieren sich Gabun, Liechtenstein und Pakistan.

 

 

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