Mittwoch, 23. Mai 2012 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Investitionen nur mit Sommerkonzepten

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Elmar Hillebarnd | 27.01.2012 | 00:34

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Investitionen nur mit Sommerkonzepten

Klimawandel. In 25 Jahren wird das Hochkar Niederösterreichs einziges schneesicheres Skigebiet sein. Doch auch im Süden Österreichs reagieren die Touristiker.

APA/DPA

Auch mit Kunstschnee droht niedriger gelegenen Schigebieten bald das Aus. Sie brauchen Alternativkonzepte.

Facts

BIP-Faktor
Tourismus erwirtschaftete 7,5 Prozent oder 21,5 Milliarden € (Schätzung 2010) am BIP undbeschäftigt mehr als 300.000 selbst-und unselbstständige Mitarbeiter. Die Hälfte wird im Winter erwirtschaftet.

Massive Investitionen sollen den Skispaß weiter sichern. Kärnten beschneit 80 Prozent der Pistenkilometer künstlich. Laut Alpenschutzorganisation CIPRA werden dafür pro Kilometer bis zu 820.000 € investiert.

Wien. Die Prognosen lassen kaum noch Zweifel aufkommen: Bis 2050 wird die Temperatur im Alpenraum um mindestens ein bis zwei Grad zunehmen. Bereits im Jahr 2030 soll die Schneegrenze um bis zu 250 Meter höher liegen und die die Wintersaison um 20 bis 40 Schneetage verkürzt sein. "Konservative Annahmen", wie Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich, betont.

In niedriger gelegenen Skigebieten Ostösterreichs kann das das Aus für den klassischen Wintertourismus bedeuten, und auch die Politik reagiert darauf. Die strategische Planung Niederösterreichs sieht die Konzentration von Investitionen auf nur noch sieben Skigebiete vor. Außerdem investiert das Land nur noch, "wenn es eine klare Sommerkonzeption gibt", unterstreicht Andreas Purt, Geschäftsführer der Mostviertel Tourismus GmbH. Und auch wenn "Klima nicht gleich Wetter ist", so Purt, "Winter und Winterbeginn werden immer mehr ein Lotteriespiel".

Plan B

Um die Tourismus-Milliarden (siehe Kasten) für Österreich und die Regionen weiter zu sichern, beginnt eine langsame Umorientierung in der Branche. "Der alpine Bergsommer wird intensiviert, er bringt eine längere Nutzung der Anlagen", weiß Andreas Oberenzer, Nachhaltigkeitsexperte bei Mostviertel Tourismus. Beispielgebend wird das Sommernutzungskonzept der Seilbahn Annaberg, das gemeinsam mit dem Betreiber initiiert wurde, hervorgehoben. Puchenstuben im Ötscherland als Kleinstskigebiet hat nach Abwägung von Investitionsoptionen den Ausbau der Lifte verworfen und setzt künftig auf ein höher gelegenes Langlaufgebiet, erklärt Andreas Purt einen weiteren Ansatz.

Derartige Angebote wie Schneeschuh-und Winterwandern, Rodeln, Skitouren oder Eisklettern im Winter sowie Aktivsportarten wie Bergsteigen, Mountainbiken oder Paragleiten im Sommer werden von Experten ebenfalls als Angebotsalternativen empfohlen, die meist die Nutzung der Seilbahnen bedingen. "Da verändern sich die Investitionsströme", so Oberenzer. Er sieht das Thema auch bei der Seilbahnwirtschaft angekommen. Die Region Schladming hat sich etwa bereits im Vorfeld der Ski-WM 2013 mit dem bis 2008 erstellten Langzeitkonzept "Stratege" unter Einbeziehung aller betroffenen Stellen auf die Zukunft eingestellt.

 

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

mehr Green Economy…

Smart City

Intelligente Konzepte für Städte der Zukunft

Green Economy: Meistgelesen

/images/uploads/d/1/f/519455/energie20120523122422.jpg
Die ungelösten Probleme der Energiewende

Ein Jahr nach dem Start der Energiewende in Deutschland zeigen sich die vielen offenen...