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Dialog-backdrop Klimawandel: „Die werden das finanziell nicht derblasen"Winter-Tourismus. Der Klimawandel ist eine ernsthafte Bedrohung für den Wintertourismus in der Alpenregion. TourismusSchladming macht sich zukunftssicherUm die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wintersportregion rund um Schladming im Bezirk Liezen genauer zu untersuchen und daraus abzuleitende Handlungsstrategien zu erarbeiten wurde das Projekt STRATEGE, das bis 2008 gelaufen ist, initiiert.
Im Rahmen dieses Projekts wurde ein touristisches Management-Modell entwickelt, mit dem Wintersportregionen selbstständig eine nachhaltige Zukunftsstrategie erarbeiten können. Mit dieser Strategie sollen die Orte veränderten Rahmenbedingungen wie dem Klimawandel oder einem veränderten Besucherverhalten Rechnung tragen können. Die Ergebnisse des Projektes, das von der Universität für Bodenkultur in Wien durchgeführt wurde, sollen als Diskussionsbasis und Entscheidungsgrundlage für die zukünftigen Strategien der Tourismusregion dienen. vergrößernGrafik
Österreich. Kaum noch jemand zweifelt am Ansteigen der Temperaturen durch den Klimawandel in unseren Breiten. Nicht zuletzt der Wintertourismus in Österreich muss auf diese Herausforderungen reagieren, will er seinen Stellenwert an der Wertschöpfung, als Arbeitgeber, aber auch als Schaufenster Österreichs in der Welt behaupten. Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird es einen Temperaturanstieg um ein bis zwei Grad Celsius geben. Dadurch wird sich, so die Prognosen, die Wintersaison um 20 bis 40 Schneetage verkürzen und die Schneegrenze um bis zum Jahr 2030 um etwa 250 Meter steigen. „Der ist eine konservative Annahme", wie Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich, betont. Zu verlieren gibt es viel. Der Tourismus in Österreich war laut Daten der Österreich Werbung im Jahr 2009 für 7,6 Prozent des BIP in Höhe von mehr als 274 Milliarden Euro verantwortlich. Für 2010 liegen geht man von einem Anteil in Höhe von 7,5 Prozent des Gesamt-BIP (286 Milliarden Euro) aus. In absoluten Zahlen ergibt dies eine Summe von 21,47 Milliarden Euro. Mehr als 300.000 Beschäftigte, darunter rund 230.000 unselbstständige Mitarbeiter, sind in der Branche zumindest saisonal beschäftigt. Schnee als Asset Winter- (49%) und Sommer-Tourismus (51%) teilen sich den Milliarden schweren Kuchen praktisch zu gleichen Teilen. Während im Sommertourismus Österreich in Europa allerdings ein Spieler unter vielen ist, stellt sich die Situation im Wintertourismus völlig anders dar. Eine umfangreiche Standortbestimmung der heimischen „Tourismus- und Freizeitwirtschaft" durch WKÖ und dem damaligen Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Jahr 2007/2008 hebt den Stellenwert des österreichischen Wintertourismus hervor. Ein Drittel der in Europa unternommenen Urlaube entfallen auf den Winter. Und nicht weniger als die Hälfte davon werden in Österreich gemacht. Frankreich (14%), Italien und die Schweiz (je 11%) liegen deutlich abgeschlagen dahinter. 62 Millionen Nächtigungen in der Wintersaison 201/2011 verzeichnete man in Österreich. Und 68 Prozent dieser Besucher oder rund 15 Millionen kamen zum Skifahren. Ohne Schee ka Musi Bleibt der Schnee aus, kann der Nächtigungsrückgang daher deutlich ausfallen und die Tourismuswirtschaft hart treffen. Daten zeigen, dass ein Fünftel der skifahrenden Urlaubsgäste bei anhaltend schneeärmeren Wintern künftig „nur" noch Tagesausflüge bei guten Pistenverhältnissen statt eines zusammenhängenden Urlaubs machen würden. Jeder Zehnte würde überhaupt mit dem Skifahren aufhören, weitere 14 Prozent die Häufigkeit deutlich verringern. Wobei das totale Ausbleiben des Schnees derzeit noch das kleinere Problem darstellt. Zu früh, zu spät, zu viel, zu wenig und auch noch regional ungleich verteilt, sind die häufigeren Szenarien, wie die Beobachtung der letzten Wintersaisonen zeigt. Beschneiung als Alternative in der Kritik Unter dem Strich bleibt für viele vor allem tiefer gelegene Skigebiete im Osten Österreichs langfristig das Szenario vom Grasskifahren im Regen übrig, mit allen Konsequenzen. „Wintersportorte müssten deshalb dringend neue Schnee ungebundene Angebote entwickeln, die einen Ersatz für den langsam wegschmelzenden Skitourismus darstellen", ist Christian Baumgartner, Tourismusexperte der Naturfreunde Internationale, überzeugt. Die hauptsächlich betroffenen Regionen reagieren dabei unterschiedlich auf die Herausforderungen. In Kärnten, wo man bereits seit Jahren immer wieder mit geringen Winterniederschlägen zu kämpfen hat, sind mittlerweile nach Angaben des Alpenvereins 80 Prozent aller Pistenkilometer künstlich beschneit. Ein Spitzenwert im Alpenraum. Österreichweit sind zwei Drittel aller Skipisten mit Beschneiungsanlagen ausgestattet, im gesamten Alpenraum liegt dieser Wert bei 47 Prozent. Und Österreich verfügt über die meisten Anlagen aller Alpenländer verfügt. Indirekt ist auch das ein Zeichen für die durch den Klimawandel unsicherer werdende Schneesituation. Vor allem kritisieren die Naturverbände aber auch den Ressourcen-Verbrauch für den Intensiv-Tourismus. In Tirol entspricht der zusätzliche Wasserverbrauch für die mittlerweile ebenfalls zu mehr als 40 Prozent beschneiten Pisten dem Jahresverbrauch einer Stadt von 20.000 Einwohnern. Für die Energieversorgung ist ein Kraftwerk mittlerer Größe notwendig. Massive Investitionskosten Die Prognose der Naturfreunde geht vor allem für Skigebiete in Niederösterreich, aber auch für Teile Kärntens und Salzburgs von deutlichen Konsequenzen durch den Klimawandel aus. Nicht zuletzt die Investitionskosten für die Beschneiung und flankierende Infrastruktur könnten kleinere und tiefer gelegene Skigebiete in Nord- und Ost-Österreich betriebswirtschaftlich ganz einfach überfordern. Demnach betragen die Investitionskosten laut Daten der Alpenschutzorganisation CIPRA pro Pistenkilometer bis zu 820.000 Euro, die Betriebskosten pro Kilometer und Jahr erreichen zwischen 16.400 und 82.000 Euro. Summen, die manche Betreiber überfordern werden, insbesondere in Ostösterreich. „In Niederösterreich gibt es sicher einige Skigebiete, die das so nicht zugeben", so Hrbek. Plan B Allerdings werden gerade in dieser Region derzeit Maßstäbe für qualitative Reaktionen auf den Klimawandel gesetzt. Die Mostviertel Tourismus GmbH setzt etwa nicht nur auf den Öko-Tourismus, sondern leistet auch Überzeugungsarbeit. Mit Erfolg, wie etwa das Beispiel Annaberg zeigt. Dort wurde in Kooperation mit dem Seilbahnbetreiber ein Sommerkonzept erarbeitet und initiiert. Beispielgebend auch der kleine Ort Puchenstuben im Ötscherland mit seinem Mini-Skigebiet. „Ein Langlaufkonzept in einer höher gelegenen Region hat dort ein langfristiges Liftkonzept ausgestochen", erklärt Andreas Purt, Geschäftsführer der Mühlviertel Tourismus GmbH. Die dortige Skischule bietet parallel dazu ein Tages-„Schnupper Wintererlebnis" an, das neben Skifahren auch Schneeschuhwandern und Langlaufen umfasst. Auf die sich verändernden den Rahmenbedingungen reagiert in Niederösterreich auch die Politik. Nach in Kraft treten einer neuen Investitionsstrategie werden künftig öffentliche Gelder nur noch in die Berginfrastruktur von sieben Skigebiete des Landes fließen. Uns eine Beteiligung an derartigen Projekten wird auch dann nur stattfinden, wenn es für die Investitionen in Seilbahnen auch eine klare Sommerkonzeption gibt. Doch selbst das Konzept des Landes Niederösterreich geht davon aus, dass in 25 Jahren in Niederösterreich nur noch das Hochkar als schneesicheres Skigebiet übrig bleiben wird, so Purt. Neue Wege befahren Daher müssen weitere Alternativen gesuchte und umgesetzt werden. Sanfter Wintersport wie eben Langlaufen, Winter- und Schneeschuhwandern oder Rodeln bedingt allerdings ebenso mehr oder weniger Schnee wie das Tourengehen mit Skiern. Alternativen wie Wellness gewinnen selbst im zentralen Alpenraum immer mehr an Bedeutung. Die Aqua Dome-Therme im Ötztaler Längenfeld ist nur ein jüngstes Beispiel, Seefeld in Tirol hat bereits vor Jahrzehnten ein großzügiges Hallen- und Freibad errichtet, das seither immer wieder erweitert und modernisiert wird. Währen derartige Einrichtungen in den schneesicheren gebieten Tirols eher als zusätzliches Angebot für die Gäste dienen ist das Ybbstaler Solebad in Pöstling nach Angaben von Andreas Purt in schneearmen Zeiten für die Region eine echte Alternative für die Urlauber. „Da verändern sich Investitionsströme", ist Andreas Oberenzer, Nachhaltigkeitsexperte von Mühlviertel Tourismus, überzeugt. Neue Zielgruppen ansprechen Eine weitere Option stellt die Intensivierung des Bergsommers dar. Sie ermöglicht in der Ganzjahresbetrachtung die verlängerte Nutzung der installierten Aufstiegshilfen. Wobei nicht nur sanfter Tourismus im Fokus steht. Im Sommer sorgen auch Aktiv-Sportarten wie Bergsteigen, Klettersteige, Mountainbiken oder Paragleiten für eine zusätzliche Auslastung der Seilbahnen. „Auch Seilbahnbetreiber sind bereits am Umdenken", unterstreicht Regina Hrbek und verweist auf die steigende Zahl an Aktionen wie eine Sommercard bei vielen Betreibern. Ein Trend, den auch Purt sieht: „Die Überlegungen der Bergbahnen sind mittlerweile auch ganz klar auf den Sommer gerichtet." Und „im Sommer liegt langfristig letztendlich die Zukunft", ist Purt zumindest für seine Region überzeugt. Dabei geht er auch unkonventionelle und überraschende Wege. „Wir hatten bereits Gespräche mit arabischen Investoren, die Destinationen suchen, in denen es im Sommer kühler ist." Bereits seit vielen Jahren „flüchten" etwa auch Sommergäste aus Italien oder Frankreich vor den Hitzewellen in ihren Ländern auch nach Österreich. „Aufgrund der Klimaerwärmung wird zunehmend Bergsommer in Österreich anstatt Sommerurlaub in heißen Mittelmeerländern nachgefragt werden", hob bereits im Jahr 2007/2008 die Studie „Tourismus und Freizeitwirtschaft" von Wirtschaftsministerium und WKÖ als Alternative hervor.
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1 Kommentar
Panikmache
Ich bilde mir ein, erst letzte Woche gehört zu haben, dass trotz der Wirtschaftskrise heuer keine Einbußen im Wintertourismus zu spüren waren - also warum sollten plötzlich welche aufgrund des Klimawandels herrschen??
Und selbst wenn - dann ist halt im Winter weniger los, dafür kommen die Sommerurlauber früher und länger. Ich persönlich bin kein Winterurlaubertyp und im Sommer fahr ich dann doch lieber nach Griechenland oder in die Türkei oder dergleichen, wo ich nen Magic Life mit Strand hab, sicher nicht nach Tirol oder dergleichen, aber wenns im Winter auch zum Spazierengehen angenehmer ist, dann überleg ich mir nen Jänner/Feber-Urlaub dort.
Wenn wird sich wohl alles nur verlagern, obwohl ich, wie gesagt, gar nicht glaube, dass es soweit kommt ;D
Von Gast: Gast: Mesmerize am 29.01.2012 um 03:52
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