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Kopenhagen führt City-Maut ein

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18.01.2012 | 13:33

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Kopenhagen führt City-Maut ein

Trotz massiver Proteste setzt die neue Regierung das Projekt offenbar um, ab 2014 muss demnach für die Einfahrt in die Innenstadt von Kopenhagen Maut gezahlt werden.

APA

Für Dänemarks Regierungsparteien, die kürzlich ihre ersten 100 Tage im Amt feiern konnten, war die Einführung einer City-Maut in der Kopenhagener Innenstadt ein wichtiger Punkt auf dem Wahlprogramm. Schmackhaft gemacht werden sollte diese umstrittene Maut durch eine gleichzeitige Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. „Mehr Züge und Busse zu günstigeren Preisen, finanziert durch die City-Maut" war der Slogan. Mit einer City-Maut würden die Bewohner reinere Luft haben, die Autofahrer weniger Zeit in Staus stecken und das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt generell reduziert werden. Trotz der Argumente ist nichts in Kopenhagen zurzeit umstrittener als eben diese City-Maut.

Breite Kritik

Angetrieben werden die Diskussionen nicht nur von den Bürgermeistern in den betroffenen/benachbarten Gemeinden, sondern auch vom Dachverband der Dänischen Industrie (DI). DI sieht in der City-Maut eine neue Mobilitätssteuer, die den Transport von Waren und Personen verteuern wird.
Auch der Verband der Bahnpendler in Seeland kritisiert die Pläne kräftig. In einem Aufruf weist der Verband darauf hin, dass bereits heute in den Morgen- und Abendstunden sämtliche Züge aus dem Umland nach Kopenhagen und umgekehrt überfüllt seien. Es sei keine Kapazität vorhanden, um zusätzliche Reisende per Nahverkehr zwischen dem Ring mit den Mautstellen und der Innenstadt zu befördern.

Anstatt die Ticketpreise für den öffentlichen Verkehr - wie angekündigt - zu senken, stiegen diese sogar mit Jahrebeginn um durchschnittlich 3%, was verschärfte Kritik mit sich führte. Die Regierung arbeitet derzeit an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten, um das Wahlversprechen dennoch - wenn auch verspätet - einlösen zu können.
Große Infrastrukturprojekte bzw. -veränderungen stoßen in der Regel auf Widerstand in der Bevölkerung. Ende der 1990er gab es beispielsweise massive Proteste gegen den Bau der Øresundbrücke, die Kopenhagen und das schwedische Malmö verbindet. Nach Inbetriebnahme verstummten die Kritiker jedoch schnell, und heute ist die Brücke eine Hauptverkehrsrute für 70.000 tägliche Pendler.

In London, Oslo, Stockholm bereits Realität

Kürzlich besuchte eine dänische Verkehrskommission London, Stockholm und Oslo, um die dortigen City-Mauts zu besichtigen und von den Erfahrungen der anderen Städte zu lernen. In Stockholm ist das Verkehrsaufkommen um 20% und die Zeit in Autostaus um ca. 40% gefallen. Ähnliche Ersparnisse erwarten sich die dänischen Politiker auch für Kopenhagen. Über die konkrete technische Umsetzung des Projektes wird derzeit noch diskutiert.

(AWO/Stefanie Jäke Pedersen/ekh)

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