Wien. Grün ist die Trendfarbe in der Krise: Viele Unternehmen versuchen, mit nachhaltigen Produkten bei ihren Kunden zu punkten. Davon profitieren will das Wiener Software-Unternehmen Kerp Kompetenzzentrum Elektronik & Umwelt. Es liefert großen Unternehmen Computersysteme, welche die stoffliche Zusammensetzung ihrer Ware und zugelieferten Teile dokumentiert und damit nachhaltige Produktion nachweisbar macht.
Nachweise erwünscht
In der europäischen Automotive-Industrie dank strenger gesetzlicher Rahmenbedingungen bereits Standard, ist dieser Trend weltweit und in anderen Branchen erst im Kommen: „Im Elektronikbereich sind wir noch fünf Jahre hinten. Das heißt: Sie können Elektronik noch verkaufen, ohne diese Informationen mitzuliefern. Aber wir sehen, dass der Trend ganz klar in dieselbe Richtung geht", sagt Kerp-CEO Thomas Leitner. Erste Schritte in den neuen Markt sind bereits in Vorbereitung: Konkrete Verhandlungen mit einem großen amerikanischen Computer-, Tablet PC- und Mobiltelefonhersteller laufen.
Im Automotive-Bereich hat Leitner vor allem China als Wachstumsmarkt im Auge. Dort soll bis 2013 eine Nachweispflicht wie in Europa eingeführt werden. Leitner fühlt deshalb vor: Man sei bereits mit zehn Autobauern in Gesprächen. Ein Joint Venture mit dem größten chinesischen Auto-Exporteur ist konkret in Planung. Der Deal soll im Jänner 2012 über die Bühne gehen.
Gute Zahlen
Bis diese Geschäfte laufen, werde Kerp „ein bis zwei Jahre mit 500.000 € in Vorlage gehen müssen", so Leitner. Das soll sich aber auszahlen: Mit den neuen Geschäftsstrategien soll sich die Kerp-Mutter Ipoint Systems in den nächsten drei Jahren verdoppeln. Leitner: „Davon würde der Standort Wien überproportional profitieren." Heuer erwartet er sich für die gesamte Gruppe ein Plus von 20 Prozent und einen Umsatz an der Sechs-Millionen-€-Marke. Man werde „deutlich positiv bilanzieren".