von Petra Spescha | 26.01.2012 | 16:05
Spannendes Geschäft mit Altbatterien
Recycling. Illegale Ausfuhren bringen die heimische Wirtschaft jährlich um 600.000 €. Eine neue Strategie soll gegensteuern.
Alte Fahrzeugbatterien werden fast gänzlich recycelt
Eine durchschnittliche Autobatterie wiegt etwa 16 bis 18 Kilogramm und ist ein kleines Schatzkästchen. Sie besteht nämlich zu 80 Prozent aus Blei, einem Rohstoff, der am London Metal Exchange derzeit bei rund 1700 € je Tonne notiert. „In Österreich fallen jährlich zwischen 13.000 und 14.000 Tonnen Fahrzeug-Altbatterien an“, sagt Jan Engelberger, Geschäftsführer des Umweltforum Starterbatterien (UFS). Ganze 99 Prozent des enthaltenen Bleis werden recycelt und in neuen Batterien wiederverwendet. Auch die enthaltene Schwefelsäure und die verwendeten Polypropylene kommen wieder in den Kreislauf zurück.
Obwohl das Sammelsystem der UFS mit rund 7000 Sammelstellen in ganz Österreich gut aufgestellt ist, gehen laut Engelberger rund zehn Prozent der Altbatterien illegal ins Ausland. „Es geht viel in die östlichen Nachbarländer, nach Ungarn, Bulgarien oder Deutschland“, so Engelberger.
Materialverlust
An Wertschöpfung gehen der heimischen Wirtschaft laut seinen Schätzungen damit pro Tonne etwa 400 bis 500 € verloren. Das entspricht grob 600.000 € jährlich. Zusammen mit der Wiener Universität für Bodenkultur und der Polizei will das UFS nun herausfinden, wie alte Batterien ins Ausland gelangen und eine Strategie erarbeiten, um die Verluste so gering wie möglich zu halten. Dass in den Starterbatterien immer noch Blei verwendet wird, erklärt sich Engelberger mit fehlenden Alternativen. In einer elektromobilen Zukunft könnte sich das allerdings ändern: „Für Elektroautos sind solche Batterien aufgrund ihres Gewichts und der Lade- und Entladezyklen nicht geeignet.“
Kostendeckend
Bis es so weit ist, macht er sich aber keine Sorgen ums Geschäft: „Wir sind nicht auf Gewinn ausgerichtet. Die sammelnden Systemteilnehmer geben uns einen Anteil von dem, was sie für die Batterien bekommen, um unsere administrativen Kosten zu decken.“ Im Jahr 2011 habe das einen Umsatz von 200.000 bis 250.000 € ausgemacht.
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