von Elmar Hillebrand/Deserttec | 30.01.2012 | 15:29
Tunesien soll ab 2016 Strom via Desertec liefern
Wüstenstrom. Das Projekt "TuNur"soll die Ausmaße eines konventionellen Kernkraftwerkes erreichen und eine Leistung von 2 GW erbringen.
Die Zukunftsvision der Desertec Foundation wird immer konkreter. Mit Hilfe tausender Spiegel werden die solarthermischen Kraftwerke des TuNur Projektes bis zu 2 Gigawatt Strom erzeugen - etwa die doppelte Menge eines durchschnittlichen Atomreaktors. Der Spatenstich der ersten Bauphase ist für das Jahr 2014 geplant - schon zwei Jahre später soll der erste Strom durch eine verlustarme Leitung über Italien nach Europa fließen. Die Solartürme werden auf minimalen Wasserverbrauch ausgelegt. Statt konventioneller Wasserkühlung kommt ein Luftkühlungssystem zum Einsatz. Dabei sehen die Projektpartner vor, möglichst viele Komponenten vor Ort zu fertigen, was insbesondere dem Süden Tunesiens im Landesinneren zu Gute kommen soll. Bau und Betrieb des Projektes sollen dadurch bis zu 20 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen. Unter anderem werden rund 825 000 Heliostaten (bewegliche Spiegelflächen die der Sonne folgen) für das 2 Gigawatt Projekt benötigt, die vor Ort gefertigt werden können. Tunesien verfügt über eine bis zu dreimal höhere Sonneneinstrahlung als Mitteleuropa.
Regelbare Stromlieferung
Dabei bietet die Solarthermie in Kraftwerksdimensionen auch weitere Vorteile. Im Gegensatz zu Photovoltaik und Windstrom, ist der Stromertrag wesentlich besser regelbar und ergänzt den in Europa produzierten Solar- und Windstrom. Außerdem kann das solarthermische Kraftwerk TuNur in Kombination mit Wärmespeichern bis zu 700 000 europäische Haushalte Tag und Nacht zuverlässig mit Strom versorgen.
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