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Boku-Brücke bietet nächtliches Spektakel

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von Melanie Manner | 21.05.2009 | 22:32

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Boku-Brücke bietet nächtliches Spektakel

Selbst, eine einfache Fußgängerbrücke zu errichten, bedeutet eine logistische Herausforderung: Mitten in der Nacht entstand mit reger Publikumsbeteiligung in Wien die Brücke der Boku-Studenten.

Christa Fuchs

EInrichtung der Fußgängerbrücke bei der Boku

Facts

Fakten zum VIBT
Eigentümer und Bauherr des Vienna Institute of BioTechnology-Gebäudes ist die Glamas Beteiligungsverwaltung, ein Konsortium von BAI, Porr Solutions, der WSE Wiener Stadtentwicklungsgesellschaft und MAP Bürodienstleistung, einer Tochter der Wiener Städtischen Versicherung. Die Bruttogeschloßfläche beträgt 30.255, die Nutzfläche 24.000 Quadratmeter. Neben der Uni sollen auch Spin-Offs und Unternehmen wie Novartis einziehen.

Gilbert Adelmaier, Verkaufsingenieur der Buchacher Holzleimbau GmbH, sieht sich um. "Ist hier an der Boku immer so viel los?", fragt er amüsiert. Es ist 1.30 Uhr früh in der Muthgasse in Wien, und Adelmaier überwacht, wie ein hölzernes Brückenteil aus seinem Haus von einem Kran schwingend langsam an seinen Bestimmungsort gesenkt wird. Eigentlich hat er nächtliche Stille erwartet. Doch die vier Arbeiter, die im grellen Scheinwerferlicht die Fußgängerbrücke zwischen beiden Gebäuden der Uni für Bodenkultur einheben, sind nicht alleine.

Viele Schaulustige. Am Asphalt hat sich eine Gruppe gutgelaunter Studenten versammelt, um die Errichtung "ihrer" Brücke zu feiern: Angelockt durch einen Aufruf im Internet, strömen von Minute zu Minute mehr auf ihren Fahrrädern heran; von irgendwo tauchen plötzlich Bierflaschen und Brötchen auf. Als das mittlere Brücken - teil einrastet, jubeln alle den Arbeitern zu.

Die Brücke ist für die Studenten gedacht, damit sie hoch über der Muthgasse vom bestehenden Boku II-Gebäude in das Vienna Institute of BioTechnology (VIBT) spazieren können. Es ist eine Architektenbrücke, die hier, Teil für Teil, vom Kran baumelt. Rund 20 Tonnen wiegt so ein Teil. 24 Meter Spannweite hat die Brücke insgesamt, und das Projektvolumen für diesen Fußgängersteg beläuft sich auf rund 650.000 €. Der Entwurf stammt vom Wiener Architekturbüro Hoffmann- Janz ZT GmbH.

Logistischer Hürdenlauf. "Wir haben ganz bewusst auf den nachwachsenden Rohstoff Holz zurückgegriffen", sagt Rudolf Pollak, Projektverantwortlicher für das Institute of BioTechnology. Die Fachwerkskonstruktion aus Fichtenholz vom Kärntner Unternehmen Buchacher wurde in Teilen aus Hermagor hierher gebracht und am Boden vorkonstruiert. Sie wird auf Stahlfundamenten von Porr montiert. Später diese Woche werden auch Glasscheiben an den Seiten eingefügt und der Boden mit Asphalt bedeckt werden.

"Ein logistischer Hürdenlauf", sagt Adelmaier. Zwei bis drei Monate haben die Vorarbeiten für diese Nacht gedauert. Immerhin muss die Straße zwischen ein Uhr und fünf Uhr in der Früh gesperrt werden; auch die behördlichen Genehmigungen einzuholen, war daher nicht so einfach.

Auch Hermann Katinger, Leiter des Instituts für Angewandte Mikrobiologie, hat es sich nicht nehmen lassen, der Geburtsstunde seiner Brücke beizuwohnen. Der erste Teil, das Einheben der drei Brückenteile, ist in den ersten eineinhalb Stunden bereits geschehen. Dann geht es nur mehr um die letzten Millimeter. Die haben es aber in sich. Erst um 3.30 Uhr ist das Werk vollbracht: Katinger und die verbleibenden Studenten und Mitarbeiter können die ersten Schritte über ihre Brücke setzen.

Technologie-Cluster. Das VIBT wird im Oktober in Betrieb genommen. Neben der Universität, die auf 14.000 Quadratmetern einquartiert wird, ziehen auch weitere Einrichtungen und Spin- Offs sowie wissenschaftlich verwandte Unternehmen ein, darunter Novartis. Diesen werden 10.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Das Biotech-Zentrum ist dabei erst der Anfang: Für künftige Erweiterungen stehen angrenzende Entwicklungsflächen zur Verfügung. Daraus soll der "Technologie Cluster Muthgasse" entstehen. Ein Potenzial von 50.000 Quadratmetern an Bruttogeschoßfläche ist vorhanden.

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