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Makler: Teuer und schlecht

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von Stefan Mey | 10.03.2010 | 12:17

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Makler: Teuer und schlecht

Eine aktuelle Studie der AK zeigt: In Österreich wird viel für Makler gezahlt; der Service ist aber lückenhaft.

Wodicka

Eine Schlüsselübergabe kostet in der Regel drei Monatsmieten oder drei Prozent des Kaufpreises.

Mieter zahlen durchschnittlich 2.400 Euro, Käufer einer Eigentumswohnung durchschnittlich 5.400 € an Maklerprovision. Das zeigt eine aktuelle Ifes-Erhebung unter 200 Personen für die AK bei 200 MieterInnen und WohnungseigentümerInnen. "Für die Vermittlung einer Wohnung müssen Mieter und Wohnungssuchende so tief in die Geldbörse greifen wie nirgendwo sonst in Europa", sagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Für ihr Geld bekämen sie aber viel zu oft schlechter und unvollständige Informationen. So wird etwa in vielen Fällen den Mietern verschwiegen, ob die verlangte Miete dem Gesetz entspricht oder in welchem Zustand die Wohnung ist.

   Praktisch alle Makler verlangen von Mietern die höchst mögliche Provision. Das sind drei Monatsmieten bei unbefristeten Mietwohnungen, zwei Monatsmieten bei bis zu drei Jahre befristeten Mietwohnungen plus 20 Prozent Umsatzsteuer. So zahlen Mieter durchschnittlich 2.400 Euro Höchstprovision. Bei den Eigentümern wurde in drei Viertel der Fälle die Höchstprovision verrechnet. Sie macht drei Prozent des Kaufpreises plus 20 Prozent Umsatzsteuer aus. Wohnungskäufer mit Höchstprovision zahlten im Schnitt 6.070 Euro. Die Durchschnittsprovisionszahlung liegt bei rund 5.400 Euro.

Interessen nicht vertreten

Jeder zweite befragte Mieter hatte den Eindruck, dass der Makler in erster Linie die Interessen des Vermieters vertreten hat. Das Ergebnis entspricht laut AK auch den tatsächlichen Marktverhältnissen. Die Vermieter oder Hausverwalter beauftragen die Makler, ihnen einen Mieter zu suchen. Trotzdem zahlen die Hausverwalter und Vermieter in der Regel nichts an den Makler. Die Makler halten sich stattdessen bei den Mietern schadlos. Sie müssen folglich die höchsten Provisionen in Europa zahlen.

Zudem zeigt die Studie, dass Makler Wohnungssuchende oft schlecht informieren. In 15 Prozent der Fälle bekamen die Mieter keine Kostenaufstellung und keinen Mietvertragsentwurf. Genauere Informationen über etwa den Zustand des Hauses, der Wohnung oder Einrichtung durch den Makler bestätigten nur sechs von zehn Mietern. Noch viel lückenhafter ist die Informationsweitergabe der Makler an die angehenden Mieter: Über gesetzliche Grundlagen des Mietvertrages informieren nur 36 Prozent. Darüber, ob die Miethöhe dem Gesetz entspricht, informierten nur 24 Prozent. Über allfällige nachteilige Klauseln im Mietvertrag informierten nur 22 Prozent.

   Käufer einer Eigentumswohnung legten Makler zwar in den meisten Fällen einen Grundbuchauszug und den Kaufvertragsentwurf vor. Aber zwölf Prozent erhielten keinen Grundbuchauszug, 18 Prozent keinen Kaufvertragsentwurf. Jedem fünften Käufer unterschlugen die Makler eine Aufstellung der Bewirtschaftungskosten (etwa Betriebskosten, Rücklagen). 35 Prozent der Befragten bekamen vom Makler nicht den Wohnungseigentumsvertrag. Fast jeder Zweite wurde nicht über anstehende Hausreparaturen informiert.

Makler wehren sich

Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Verbands der Immobilientreuhänder, weist die Vorwürfe zurück. Die Studie sei mehr als zehn Jahre alt und habe gravierende Mängel, weil sie unterschiedliche Geschäftsmodelle in verschiedenen europäischen Ländern berücksichtigt.

Das Regierungsprogramm sehe eine Kürzung der Maklerprovision von drei auf zwei Monatsmieten vor - das weist Holzapfel aber streng zurück, da die Kürzung für Unternehmen, die sich ausschließlich mit der Vermittlung beschäftigen, zur Überlebensfrage werde.

Wie Sie mit den richtigen Tricks auch ohne Makler an Ihre Traum-Immobilie gelangen, lesen Sie am Freitag im WirtschaftsBlatt Kompakt.

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