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Dialog-backdrop Freihausviertel: Klein, fein, teuerIm Freihausviertel in Wien steht in fast jedem Geschäftslokal der Eigentümer persönlich - es ist ein Modellfall, wie kleinteilige Handelsstrukturen erhalten werden können. Das Wiener Freihausviertel, das sich rund um die Schleifmühlgasse zwischen Naschmarkt und Wiedner Hauptstraße erstreckt, ist in Sachen Handel eine Insel der Seligen: Keine Spur von gleichförmigen Straßenzügen, die aus den immergleichen Geschäften großer Ketten geformt werden. Hier gibt es traditionelle Künstlertreffs wie das Café Anzengruber, das älteste Kino Wiens, angesehene Galerien wie jene von Georg Kargl oder Kerstin Engholm, einen kleinen Champagner-Laden, Schokoladenspezialitäten-Anbieter, exklusive Design-Läden - alles, was das Bobo-Herz begehrt. "Fast in jedem Geschäft steht der Chef oder die Chefin persönlich", freut sich der Obmann des Freihausviertel-Vereins, Karl Raab, dessen Frau seit 33 Jahren den Vintage-Shop Flo betreibt. Nicht nur ihr Laden zieht Promis aus aller Welt an. Am Sterben gehindert Was Raab weniger freut, ist die Preisentwicklung im Grätzel. Vor gut zehn Jahren wurden die Lokalbesitzer durch Zeitungsartikel wachgerüttelt, in denen von der sterbenden Schleifmühlgasse die Rede war. "1998 ist jedes zweite Geschäft leer gestanden", sagt Raab. "In einem sterbenden Viertel sind die Mieten natürlich nicht sehr hoch." Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute sei die Gegend "Luxus", die Preise seien seither "explodiert", wenngleich Raab keine Zahlen nennt. "Ein kleines Geschäft muss das erst verdienen", sagt Raab. Die Mieten und Ablösen seien für "viele, die gerne herkommen würden, nicht mehr leistbar". Ein Beispiel: Alphaville, die bestsortierte Videothek der Stadt und ein Mekka für Filmfans, sperrte im September zu; der Mietvertrag lief aus, der Vermieter hob den Preis an und die Betreiber konnten sich die Mieten nicht mehr leisten. Keine Angst vor Ketten Die Gefahr, dass sich im Freihausviertel bald finanzkräftige Ketten ansiedeln, sieht Raab aber nicht gegeben. Auch der Wiedner Bezirksvorsteher Leopold Plasch glaubt: "Große Ketten würden da nicht hineinpassen. Die Struktur lässt das nicht zu." Die meisten Geschäftslokale - der Freihausviertel-Verein hat derzeit 175 Mitglieder - überschreiten die 100 Quadratmeter nicht. Plasch: "Eine Kette müsste vier bis sechs Geschäfte nebeneinander aufkaufen." Ein kleiner Schutz dürfte auch die Lage zwischen Kärntner-, Favoriten- und Mariahilfer Straße sein. Für die Zukunft wünschen sich Plasch und Raab, dass der kleinteilige Charakter des Viertels nicht nur erhalten bleibt, sondern sich weiter ausdehnt. mehr Immobilien…
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