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Neue Dienste aus den Wolken

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von Thomas Jäkle | 22.12.2008 | 10:10

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Neue Dienste aus den Wolken

Die großen IT-Konzerne Microsoft, IBM, Google, Oracle, SAP sowie der Internetbuchhändler Amazon wollen mit Cloud Computing den großen Wurf landen. Für ihre Kunden sollen dadurch neue Dienste über die „Internetwolke“ nutzbar sein. KMU sollen besonders davon profitieren. Alles soll wieder einmal billiger werden.

WB/RBS

Die Datenzentren werden derzeit im Monatsrhythmus geradezu aus dem Boden gestampft. Microsoft baut derzeit weltweit pro Monat ein Datenzentrum mit rund 12.000 Servern. „So groß wie drei Fußballfelder und in klimatisch kühleren Regionen, wo Grundstückpreise günstig sind und die Anbindung an Stromversorger gegeben sind“, erklärt Werner Leibrandt, Chief Operating Officer von Microsoft Österreich.

Mitbewerber Google, das für seine Pläne höchste Geheimhaltung verfügt, ist ebenso im Aufbruch beim Thema Datenzentrum. Der Suchmaschinenhersteller hatte zuletzt angekündigt in Oberösterreich ein Datenzentrum zu errichten, wenngleich der Fertigstellungstermin von Google Österreich-Chef Karl Pall offiziell noch nicht genannt wurde.

Der Dritte im Bunde, IBM, ist ebenso dabei, seine Serverkapazitäten aufzurüsten. „Wir werden da mit einigen neuen Diensten aufwarten“, erklärte Andreas Steijskal, Softwarechef von IBM Österreich, die Stoßrichtung für das Jahr 2009, wo Cloud Computing eine wichtige Rolle spielen wird.

Ebenso wollen die ERP-Hersteller SAP sowie Oracle künftig verstärkt ihre Software über die Server ihrer Datenzentren bündeln und so Rechnerkapazitäten via Internet verkaufen. Internetbuchhändler Amazon will seine Dienste ebenso anbieten. Der Internetbuchhändler hatte sich zunächst aus Eigennutz um das Thema gekümmert., um die Vielzahl der Daten und Internetseite besser in Griff zu bekommen. Der Internetbuchhändler will seine Dienste und Serverkapazitäten auch Dritten zur Verfügung stellen.

Neue Produkte

Alle Konzerne bereiten sich derzeit mit Hochdruck auf eine neue Epoche der IT-Industrie vor, die von der Branche als „Cloud Computing“ bezeichnet wird. „Es wird für KMU möglich sein, künftig hochwertige CRM-Software über die Internetwolke zu nutzen“, erklärt Thomas Lutz, Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich. Und zwar zu einem günstigen Preismodell als es bisher möglich gewesen wäre. Eine Chance, die es bisher so für KMU nicht gegeben habe.

Für Microsoft bedeutet dies eine Neuorientierung seiner Firmenstrategie. Cloud Computing sieht vor, dass die Software nicht mehr am PC installiert wird, sondern Anwendungen von den externen Servern abgerufen. Über das Internet werden somit Unternehmen IT-Dienste zur Verfügung gestellt. Die Nutzer können die Daten in der metaphorisch als „Internetwolke“ bezeichneten Anhäufung der Server in den Datenzentren ablegen. Unternehmen sollen künftig diese Dienste nach Bedarf abrufen. Im Fokus der Konzerne sind dabei neben den Großkunden auch die unzähligen Klein- und Mittelbetriebe (KMU).

IBM sieht ebenso im Bereich von Kundenmanagement-Software große Chancen. Big Blue hatte erst heuer das notwendige Knowhow durch die Übernahme des CRM-Herstellers Cognos für rund fünf Milliarden Dollar (3,3 Mrd. €) zugekauft. Ähnliches hat SAP vor, das sich ebenso für 4,8 Mrd. den französischen CRM-Hersteller Business Objects gekauft hat.

Im Gegensatz zum bisherigen klassischen Outsourcing werden etwa teure Lizenzen, die bisher womöglich nicht voll genutzt wurden und für KMU nicht oder nur schwer leistbar waren, etwa durch ein verbrauchsabhängiges Preismodell abgelöst werden. Der Kunde zahlt dann nur für die Nutzungszeit und die von ihm in Anspruch genommenen Kapazitäten auf den Servern im Datenzentrum.

Neuer Wettbewerb

Die bisherigen Platzhirsche im Outsourcing werden künftig neue Konkurrenz bekommen. Die Partnerunternehmen, über die Cloud-Dienste angeboten werden, können direkt etwa von Microsoft die Kapazitäten der Datenzentren nutzen. „Es wird sicher neue Möglichkeiten der Preisgestaltung geben“, meint Lutz. Microsoft hat mit Windows Azure erst kürzlich eine neue Service-Plattform angeboten.

Damit soll das Service von Cloud Computing vereinfacht werden. Ziel ist etwa Vereinfachungen zu erzielen beim mobilen Zugriff auf Unternehmensdaten, bei der Synchronisierung oder etwa Speicherung von Daten auf PC, Telefon sowie Anwendungen und Internetseiten.

„Die Firmen werden Gigabytes buchen“, erklärt Microsoft-Sprecher Lutz. Wann bei Microsoft die Services on Air gehen, ist derzeit noch nicht sicher. „Wir befinden uns mitten in den Vorbereitungen und prüfen intensiv auch, was die Kunden und unsere Partner brauchen.“ Sicher sei, sagt Lutz, dass es „neue attraktive Preismodelle“ geben wird. Ebenso erwartet Lutz auch eine Neuordnung des Marktes – natürlich zum Wohl gerade von KMU und den Partnerunternehmen.

Daten als Rohstoffe

Für die IT-Konzerne und ihre Firmenkunden bringt Cloud Computing einen angenehmen Nebeneffekt. Mehr denn je kann beispielsweise das Kundenverhalten parallel zum Betrieb mitgescannt werden. Die Kunden hinterlassen bei ihren Transaktionen stets wichtige Daten, die als Rohstoff wichtige Informationen für die Analyse liefern.

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