Freitag, 30. Juli 2010 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Neue Google-Werbung verspricht jetzt noch mehr Effizienz

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Roland B. Seper | 11.03.2009 | 15:53

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Neue Google-Werbung verspricht jetzt noch mehr Effizienz

Google Ads zünden den Effizienz-Turbo. Das Surf-Verhalten der User entscheidet nun deutlich mehr mit, welche Werbung angezeigt wird. Spam wird reduziert.

EPA

Der Begriff "Suchmaschinen-Anbieter" ist längst passé: Google ist auch eine essentielle Größe in der Online-Werbung

vergrößernGrafik

screenshot

Hoffentlich bald nicht mehr möglich: Bei einem Video auf YouTube, auf dem zu sehen ist, wie zwei Cops eine Minderjährige krankenhausreif prügeln, wird Werbung für den Beruf als Polizist angezeigt

vergrößernGrafik

screenshot

Ihr Katze ist gestorben? Wie wärs mit dem lustigen Klingelton "Dying Cat"?

vergrößernGrafik

screenshot

Sorgen um den Job? Machen Sie einfach ein Diplom als Terrorist!

vergrößernGrafik

screenshot

Man kann natürlich auch Produkte anbieten, die buchstäblich Hand und Fuss haben...

vergrößernGrafik

screenshot

Auch Microsofts Live-Search ist vor originellen Werbeanzeigen nicht sicher: Hier werden günstige Reisepässe feilgeboten...

Eines der interessantesten Werbemodelle, die es derzeit im Web gibt, geht einen großen Schritt weiter in Richtung Effizienz. Google AdSense, das Werbeprogamm des rastlosen Internet-Allrounders aus Mountain View, hat nicht zuletzt deshalb einen so gewaltigen Erfolg verbuchen können, weil die Werbung extrem detailliert auf spezifische Zielgruppen skaliert werden kann.

Die Platzierung der in der Regel recht unaufdringlichen Google Ads kann bei diesem Konzept - im Gegensatz zu Banner Ads - nicht nur auf Webseiten oder ganze Portale ("run over site") beschränkt werden, sondern darüber hinaus auch auf die Suchabfrage, die der User abgesetzt hat, bevor er die entsprechende Site betreten hat.

Diese Verknüpfung von Webangebot und Clickherkunft war jedoch bis dato lediglich eine Momentaufnahme, also nur bedingt aussagekräftig. Einige wenige Clicks innerhalb einer Browser-Session definieren kein ausreichend präzises Interessensprofil des Users und der Besuch einer Seite kann auch irrtümlich erfolgen. Die Anzeige der Werbung geht folglich potentiell ins Leere.

 

Interest Based Ads

Mit der nun implementierten und in Beta-Teststadium begriffenen Einbindung der "Interest Based Ads" (interessensbezogene Werbung) ist ein Instrument geboren, dass das Surfverhalten eines Benutzers über einen längeren Zeitraum beobachtet und somit deutlich treffsicherer dessen Interessen und Bedürfnisse analysieren kann.

Besucht ein User beispielsweise wiederholt Seiten von Business Newspapers, börsenotierten Unternehmen, Technologiemagazinen und IT-Blogs, so legt er - rein statistisch betrachtet - nahe, dass er ein männlicher, technologieaffiner User mittleren Alters und höheren Einkommens ist. Die regionale Herkunft liefert der Internetbrowser ohnehin seit jeher mit.

All diese Informationen kann der Werbeanbieter filtern und hat in weiterer Folge eine sehr spitze Zielgruppe mit seiner (Werbe-)Botschaft erreichen.

Der User in diesem Beispiel wird demnach eher Ads von Fondsanbietern, Online Brokern oder IT-Anbietern angezeigt bekommen und weniger Werbung für Pauschalurlaube, Kleinwagen oder Make Up zu Gesicht bekommen.

Dies passiert dann nicht nur innerhalb einer Browser-Sitzung, sondern künftig auch langfristig. Sieht sich also ein User heute, morgen und nächste Woche Seiten über Sparbücher an, wird er eher wahrscheinlich in ein oder zwei Monaten immer noch Interesse daran haben und nicht zum risikofreudigen Börsen-Zocker mutieren. Ein Sonderangebot eines Bausparvertrages ist daher tendentiell besser an seine Interessen angepasst als das Offert eines Online-Brokers.

Selbstverständlich ist auch in dieser Systematik eine gewisse Unschärfe inbegriffen, aber die Erreichung einer sehr spitzen Zielgruppe ist deutlich leichter als je zuvor.

Win-Win Situation

Der größte Vorteil dieser Entwicklung liegt sicherlich - neben dem Anbieter Google selbst - beim Werbetreibenden, der seine teuren Streuverluste wesentlich reduzieren kann. Höherwertige Kundenkontakte und bessere Erreichung der anvisierten Zielgruppe sind die Folge. Dennoch gewinnt auch der User, der künftig relevantere Werbung im Rahmen seiner Interessen angezeigt bekommt und damit nicht zuletzt eine zusätzliche und möglicherweise hilfreiche Informationsquelle erschlossen bekommt.

Schlussendlich gibt es auch Verbesserungen für den Vierten im Bunde, den Betreiber einer Website, der Google Ads einsetzt. Er wird mehr Einkünfte durch Clicks erzielen, da die Inhalte seines Werbeinventars näher an die Interessen des Betrachters heranrücken.

Opt-out jederzeit möglich

Freilich liegt die bisherige Zurückhaltung Googles auf diesem Gebiet nicht an mangelnder Verfügbarkeit der Technologie. Verschiedene Anbieter machen bereits von "Behavioral Targeting", also der nutzungsabhängigen Zuweisung dieser Art bei ihren Werbeeinschaltungen Gebrauch.

Eine solche Werbeform erfordert die Sammlung von - teils sehr persönlichen - Daten über das Surfverhalten und die semantische Zusammenführung mit den Angeboten der Anbieter.

Gerade diese Kombinationen sind aber den Nutzern stets ein Dorn im Auge, zumal viele von ihnen neben der Internet-Suche noch andere Web-Services von Google verwenden: E-Mail, Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen und vieles mehr.

Diesen Befürchtungen tritt Google zum Start des Interest Based Advertising entgegen. Susan Wojcicki, Product Managerin bei Google, weist im Corporate Blog des Unternehmens auf Möglichkeiten hin, wie der User dieses Harvesting beeinflussen kann.

Demnach bleibt nun jedem Einzelnen überlassen, ob er an dieser Optimierung teilhaben möchte oder nicht. Eine so genannte "Opt-Out Funktion", also die Unterbindung der Datenaufzeichnung, wird mittels Plug-In für die Web-Browser angeboten und per Mouseclick kann man damit das Cookie deaktivieren, dass die Wege durchs Web protokolliert.

Schöne neue Online-Welt?

Die Zeiten, in denen man als Internet-Nutzer mit deplatzierter Werbung und Spam konfrontiert ist, werden durch diese Neuerung aus dem Hause Google sicherlich nicht als Kapitel der Vergangenheit abgehakt, aber mit ein wenig Glück wird die unumgängliche Werbung beim Surfen durch die Weiten des World Wide Web bald ein Stück informativer und zugleich weniger aufdringlich.

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

1 Kommentar

Google hat mehr als 1 Million Werbekunden

Es gibt gute Gründe, warum Google mit Suchmaschinen-Werbung viel mehr verdient als Rivalen wie Yahoo, Microsoft oder Baidu in China. Google hat einerseits in vielen Ländern einfach eine dominante Stellung. Dazu kommt aber auch, dass die Werbung viel besser zum Inhalt passt als bei den Mitbewerbern. Doch einer der wichtigsten Gründe ist, dass Google mehr Werbekunden hat als die Mitbewerber - viel mehr... http://www.em-multi-shop.at/pg219.html

Von Gast: web.jet am 27.03.2009 um 08:05

Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten

mehr TechZone…

Manager präsentieren nützliche Tools & Software

Jürgen Müller über Cloud Computing.

Umfrage

Wieviel werden Sie heuer für Ihre Urlaubsgestaltung im Vergleich zu 2009 ausgeben?
mehr Fotogalerien>

Fotogalerien Media

  • Der ungewöhnlichste Pin-up-Kalender der Welt
    Wundersame Werbewelt

    Pin-Up-Kalender

    dpa
    Markennamen

    Entstehung berühmter Brands