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Dialog-backdrop Russland plant einen Internet-AlleingangAb 2010 soll es Domains auch in kyrillisch oder mandarin geben. Den Russen geht das zu langsam – sie drohen mit einem Alleingang ab 1. Oktober. In Österreich sind rund 900.000 Domains registriert. Die Zahl der im Jahr 2004 eingeführten IDNs – Domains, die auch Sonderzeichen wie Umlaute ermöglichen – beläuft sich hierzulande auf rund 25.000; von den 2006 eingeführten Domains, die nur aus Ziffern bestehen, gibt es rund 1800. Nun steht die nächste Generation an Top-Level-Domains (TLD; die Endungen der Internet-Adressen) an – und das sorgt für Streit.
Wein: „Für die Russen geht es dabei vor allem um das Zeigen von Macht, um die ICANN zum Handeln zu bewegen.“ Außerdem bedeutet es eine gewisse Lösung von der in den USA positionierten ICANN – die ist nämlich dem US-Wirtschaftsministerium untergeordnet; alle Anträge laufen über US-Schreibtische. „In manchen Fällen, wie während des Irak-Kriegs, haben die Amerikaner es einfach abgedreht“, sagt Wein: „Die USA haben noch immer die Hand auf dem Internet; das sorgt weltweit für starke Kritik“ Wo liegt Paris? Auch andere geplante neue TLDs sorgen für Diskussionsstoff. Etwa sollen Geo-TLDs wie „.paris“ oder „.berlin“ eingeführt werden – doch gehört diese TLD dann dem französischen Paris oder der gleichnamigen texanischen Kleinstadt? „Auch hier ist es schwierig, eine faire Lösung zu finden“, bedauert Wein.
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