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Software-Konzern Sage wieder auf Einkaufstour

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von Thomas Jäkle | 19.01.2010 | 20:33

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Software-Konzern Sage wieder auf Einkaufstour

Business-Software: Europas zweitgrößtes Softwarehaus fordert in Österreich den Branchenriesen SAP. Zwei Softwaretöchter wurden in Österreich gerade fusioniert.

WB/Mayr

Sage-Vorstand Guy Berruyer setzt wieder auf Zukäufe

Facts

Sage
Europas zweitgrößter Softwarekonzern, wurde 1981 in Newcastle (Großbritannien) gegründet und ist in 27 Ländern mit eigenen Tochterfirmen vertreten. Die Aktien des Unternehmens notieren an der London Stock Exchange.
Das Konzernergebnis ist infolge der Finanzkrise 2009 rückläufig. Der Umsatz ist um vier Prozent auf 1,4 Mrd. Pfund (1,6 Mrd. €) gesunken, das EBITA um sechs Prozent auf 320,7 Mio. Pfund. Mitarbeiter: 13.400 (2008: 14.500).

Im Jahr 2009 hat der britische Softwarekonzern Sage aufgrund der Finanzkrise Federn lassen müssen. Die Wachstumsstrategie, über Akquisitionen neue Märkte zu erschließen, wurde im Vorjahr ausgesetzt, wie Guy Berruyer, Vorstandsmitglied von Sage, der Europa und Asien unter seiner Verantwortung hat, im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt erklärt. Sage verkauft Unternehmenssoftware (etwa für Personal- und Rechnungswesen, Lagerhaltung). In derselben Liga spielen Softwarehäuser wie SAP, Oracle und Microsoft.

In Österreich wird der IT-Konzern nun die Aktivitäten bündeln und investieren. Die beiden Töchter Sage Bäurer und DPW HR Software mit 85 Mitarbeiten (Umsatz 8,7 Mio. €) wurden nun zu Sage Austria zusammengelegt. "Wir planen in Österreich nun langfristig", erklärt Berruyer. "Organisch über Umsatzzuwächse sowie durch Akquisitionen wollen wir wachsen." Auf der Shortlist von Sage stehen nun wieder lokale Softwarehersteller. "Die Gelegenheit, in der derzeitigen Baisse Firmen zu kaufen, ist günstig."

In Österreich soll in den kommenden Monaten mindestens ein Softwarehaus übernommen werden, bestätigt Berruyer. Gesunde, von Eigentümern geführte Unternehmen stehen auf der Sage-Wunschliste ganz oben, um auch "schnell wachsen" zu können. Per Direktvertrieb sowie über das Klagenfurter Partnerunternehmen Business Software soll nun der Vertrieb in Österreich angekurbelt werden.

Kampf gegen Große
Im Mittelstand und auch bei den Kleinstunternehmen sieht Sage-Vorstand Berruyer ein großes Wachstumspotenzial. Bei Lohnverrechnungs- und Buchhaltungssoftware weht Sage ein rauer Wind entgegen. Der weltweit drittgrößter Anbieter von betriebswirtschaftlicher Software rittert mit Schwergewichten wie SAP, Oracle, Microsoft sowie lokalen Softwarehäusern um die Kunden. Obwohl seit Oktober erste positive Zeichen am Markt zu erkennen sind, warnt Berruyer vor zu großer Euphorie. Das Investitionsklima habe sich verbessert, 2010 werde der Softwaremarkt aber nur ein "leichtes Umsatzplus" verzeichnen.

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