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iPad lehrt Amazon das Fürchten

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01.02.2010 | 14:41

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iPad lehrt Amazon das Fürchten

Der neue Tablet-PC von Apple ist weder als eBook-Reader konzipiert, noch hat Steve Jobs das Gerät bereits auf den Markt gebracht, da verliert Amazon seine Monopolstellung bei eReadern. Der künftige Milliardenmarkt kommt gewaltig in Bewegung.

Apples Entertainment-Tafel iPad ist noch nicht einmal auf dem Markt - und dennoch schon dabei, den Buchmarkt zu revolutionieren. Denn die Präsentation des neuen Touchscreen-Geräts gilt als Hintergrund der Kapitulation von Amazon gegenüber Verlegern.

Am Wochenende hat Amazon noch vollmundig verkündet, man werde Macmillan-Bücher aus dem Sortiment nehmen. Der Verlag hatte sich gegen den bisher bei Amazon geltenden Fixpreis für E-Books von 9,99 Dollar zur Wehr gesetzt. Bei Verlegern sorgte das bereits seit einiger Zeit für Unmut, weil sie gerne mehr für ihre Titel verlangt hätten. Dies wollte Macmillan für seine Bestseller-Neuerscheinungen durchsetzen und dafür zwischen 12,99 und 14,99 Dollar verlangen.

Auch wenn der iPad nicht als eBook-Reader im engeren Sinn konzipiert ist, scheint man seit der Präsentation des Geräts in der vergangenen Woche nicht nur innerhalb der Branche davon auszugehen, dass künftig viele Menschen damit die elektronischen Versionen von Büchern lesen werden.
Im Gegensatz zu Amazon hat Apple den Buchverlagen bei der Preisgestaltung für elektronische Bücher auf dem iPad deutlich mehr Freiheiten, nicht zuletzt bei der Preisgestaltung, eingeräumt.

Der New Yorker Verlag Macmillan, eine Tochter des deutschen Verlagsriesen Holtzbrinck, ist einer der ersten fünf großen US-Verlage, die bereits zum Start des Apple-E-Book-Programms dabei sein werden.

Im Gegenzug machte Macmillan bei Amazon Druck, was Ende der vergangenen Woche zum Eklat führte. Amazon nahm nicht nur die eBooks des Verlagshauses aus dem Programm, sondern auch zahlreiche Printtitel.
Das "Muskelspiel" dauerte jedoch nicht einmal 48 Stunden.

"Wir müssen kapitulieren"

In einem Posting in seinem offiziellen Kindle-Forum sprach Amazon von einem "symbolischen Akt", der die "heftige Ablehnung" des Macmillan-Preismodells ausdrücken sollte. Der Boykott stellte jedoch nur eine kurzfristige Unterbrechung der Lieferung von Macmillan-Inhalten dar.
Gleichzeitig gab das Kindle-Team auch zu: "Wir müssen davor kapitulieren, weil Macmillan das Monopol auf seine Titel hat, und wir wollen sie unserer Kundschaft anbieten."
Dies zeigt die Nervosität von Amazon angesichts des kommenden iPad, den man offenbar als Konkurrenz sieht. Im Vorfeld will man wichtige Inhalte-Lieferanten wie Macmillan in den USA und die Mutter Holtzbrinck in Europa für künftige Geschäfte nicht verlieren.
Ob der eBook-Boom tatsächlich kommt, und ob das iPad tatsächlich auch as eReader genutzt wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

(ekh/ORF)

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