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Festplatten sind auch nach Terroranschlägen rekonstruierbar

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von Stefan Mey | 05.09.2011 | 17:18

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Festplatten sind auch nach Terroranschlägen rekonstruierbar

9/11-IT: Hitze und Druck können bewältigt werden - eine Wiederherstellung kann aber bis zu 10.000 € kosten.

Attingo

Die Komplexität der Wiederherstellung hängt unter anderem vom Datenträgermaterial ab

So verheerend der Einsturz des World Trade Centers vor zehn Jahren auch war - laut Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer des Wiener Datenrettungsunternehmens Attingo, können Computer-Festplatten auch einen derartige Katastrophe überleben. Einzelne Daten sind wohl auch nach einem Terroranschlag rekonstruierbar.

Die beiden Kräfte, die im konkreten Fall gewirkt haben: Hitze und Druck. Bei ersterem ist die sogenannte Curie-Temperatur entscheidend - jene Temperatur, bei der sich die Elementarmagnete zufällig neu anordnen und folglich Daten nicht mehr zu retten sind. "Bei normalen Platten liegt dieser Wert bei 800 Grad", sagt Ehrschwendner dem WirtschaftsBlatt. Bei einem Brand sind die Erfolgschancen einer Rettung also recht hoch.

Auch in Bezug auf Erschütterungen meldet Ehrschwendner Erfolge: "Wir konnten schon Daten rekonstruieren, bei denen die Platte 90 Meter in die Tiefe gefallen ist." Der Erfolg hänge aber von verschiedenen Faktoren, wie etwa auch dem Datenträgermaterial ab; je nach Arbeitsaufwand kann die Rekonstruktion nur einige tausend € bis hin zu 10.000 € pro Festplatte kosten.

Sicherungen außer Haus

In Gebäuden wie dem WTC liegen viele Daten auf PCs und Laptops; die meisten aber auf Servern, die im Keller des Gebäudes stehen - dort sind sie zumeist sicherer. Zudem sind moderne Server in einem „Redundant Array of Independent Disks"-System (RAID) angeordnet, in dem sie gespiegelt werden, um die Ausfallsicherheit zu erhöhen - mit dem Nachteil, dass sie auch komplexer und somit fehleranfälliger werden.

Hinzu kommt, dass in diesem Zusammenschluss aus mehreren Festplatten meist mehrere virtuelle Server gemeinsam liegen. "Das erhöht für uns den Aufwand der Rekonstruktion, weil es im gleichen RAID unterschiedliche Dateistrukturen gibt", sagt Ehrschwendner. Um sicher zu gehen, sollten Backups regelmäßig außer Haus gebracht werden. Denn unabhängig von Terror und Datensicherung gilt: Wenn Einbrecher neben dem Original auch das Backup aus dem Büro entführen, ist jede Hoffnung verloren.

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