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Dialog-backdrop Lenovo zeigt Dell und HP die ZähneDer chinesische PC-Riese Lenovo zeigt der Konkurrenz die Zähne: Nach einem Gewinnsprung sieht der Mutterkonzern des deutschen Aldi-Lieferanten Medion die Zeit gekommen, ein größeres Stück vom Weltmarkt zu erobern. Der Branchendritte muss die globale Konjunkturabkühlung weniger fürchten als die tonangebenden US-Rivalen Dell und Hewlett-Packard (HP), weil er in seiner Heimat und in anderen asiatischen Wachstumsmärkten einen starken Stand hat. Zurückhaltendere IT-Investitionen von Regierungen und Unternehmen in den westlichen Industriestaaten bekommt Lenovo daher nicht so deutlich zu spüren. Vielmehr setzt der chinesische Konzern auf eine anhaltend lebhafte Nachfrage von Firmen, die ihre Technologieausrüstung modernisieren wollen. "Wir können ganz sicher weiter von diesem Bereich profitieren", sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing in einer Telefonkonferenz. "Im Verbraucher-Geschäft ist der Markt zwar sehr schwach. Doch da wir nur einen sehr kleinen Anteil an den gesättigten Märkten haben, sind die Auswirkungen gering", erläuterte er. Für den Gesamtmarkt sieht allerdings auch Lenovo dunkle Wolken heraufziehen. "Herausforderungen für die weltweite PC-Nachfrage bleiben das Tempo der globalen wirtschaftlichen Erholung sowie die anhaltende Schuldenkrise in Westeuropa", erklärte das Management. Vor diesem Hintergrund hatte der Weltmarktzweite Dell jüngst seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr zurückgeschraubt. Von Branchenprimus HP, der seinen Quartalsbericht am Donnerstag nach US-Börsenschluss vorlegen wollte, wurden ebenfalls vorsichtige Töne erwartet. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni verdoppelte Lenovo den Reingewinn auf 108,8 Mio. Dollar (75,2 Mio. Euro). Das ist deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Investoren reagierten zunächst begeistert. Der Aktienkurs des Unternehmens schnellte anfänglich um rund drei Prozent in die Höhe, gab dann aber nach und schloss 6,5 Prozent im Minus. Nach dem enttäuschenden Ausblick von Dell wurden die Titel in Sippenhaft genommen. Aus Sicht von Analysten lassen sich beide PC-Hersteller aber nicht über einen Kamm scheren. Gokul Hariharan von JPMorgan verwies darauf, dass Lenovo weniger abhängig von staatlichen Bestellungen sei. "Deswegen haben sie wahrscheinlich bessere Wachstumsbedingungen", sagte er. Auch Kollege Steven Tseng von Samsung Securities sieht Lenovo deutlich im Vorteil gegenüber Dell. Während der US-Konzern 60 Prozent in entwickelten Staaten absetze, liefere das chinesische Unternehmen 60 bis 65 Prozent in Schwellenländern aus. Außerdem ist Lenovo dabei, sich vom PC-Geschäft unabhängiger zu machen, und stößt - etwa mit dem Tablet-Computer Lepad - in den von Apple und Samsung Electronics dominierten Markt für mobile Geräte vor. (Reuters/ekh) mehr TechNews… |
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