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Kunden im Web nachspioniert

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von Alexis Johann | 04.12.2009 | 20:23

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Kunden im Web nachspioniert

Die großen österreichischen Unternehmen setzen Webanalyse bereits intensiv ein. Doch nur die Hälfte macht die User darauf aufmerksam, dass ihnen über die Schulter geschaut wird.

Siegfried Stepke

Facts

Website-Analyse
Von den größten 100 Unternehmen Österreichs haben nur 56 Prozent eine Analyse-Software auf ihrer Webseite im Einsatz, 31 Prozent davon nutzen Google Analystics, 48 Prozent klären ihre User über das Tracking auf.

"Nur wer das Verhalten seiner User kennt, kann im Internet richtig Geld verdienen", sagt Siegfried Stepke, Geschäftsführer der Firma e-Dialog, die sich auf Webanalyse spezialisiert hat. Denn wer seinen Online-Usern nachspioniert, lernt, was diese suchen, erkennt Verbesserungspotenzial und kann mit Produktpräsentationen, Marken, Texten und Bildern experimentieren. 56 der größten 100 Unternehmen Österreichs setzen daher bereits Webanalyse ein, so e-dialog in einer Studie. Bei den im ATX gelisteten Firmen verwenden bereits 65 Prozent solche Software, um das Verhalten der User zu studieren.

Wobei Stepke darauf hinweist, dass die eigentliche Intelligenz des User-Trackings aus der intelligenten Verknüpfung von Daten ensteht. So kann es etwa sein, dass das Wetter Einfluss auf das Kaufverhalten hat. Die Wetterdaten sollten daher mit Kauf-Daten verknüpft werden.

Was die Konkurrenz so treibt

Sinnvoll ist aus der Sicht des Experten auch ein Vergleich des eigenen Unternehmensauftritts mit dem der Konkurrenz. Das heißt? Mittels geeigneter Analyseprogramme kann die Stärke der eigenen Marke sowie der eigenen Botschaften im Vergleich zum Mitbewerb erhoben werden. Es geht dabei um die Frage, wie die eigene Marke oder die eigenen Produkte bei Suchmaschinen abschneiden, ob sie bei relevanten Suchabfragen gegenüber der Konkurrenz weiter oben oder weiter unten in der Ergebnisliste auftaucht.

Welche Firmen setzen also solche Software wie ein? Bei den ATX-Firmen verfolgen Andritz, Bwin, Erste Bank, Flughafen, OMV, Post, Plafinger, Raiffeisen, Telekom, Verbund, Vienna Insurance, voestalpine und Wienerberger ihre User. Im Blindflug sind diesbezüglich nur noch EVN, Intercell, Mayr-Melnhof, RHI, SBO, Strabag und Zumtobel unterwegs.
1.) 65% der ATX-Unternehmen nutzen Webanalyse.
2.)
Nur 20% der 20 ATX-Unternehmen nutzen Enterprise Webanalyse-Tools.
3.)
Nur eines der 20 Unternehmen setzt mehr als ein Tool ein.
4.)
Nur 54% dieser Unternehmen klären die Besucher über das Tracking auf (Impressum, Datenschutz, Nutzungsbedingungen, o.dgl.). Obwohl es eine Verbesserung um 20% im Vergleich zu 2008 ist, sei das immer noch viel zu wenig.
5.)
40% nutzen Google Analytics – Das Tool aus dem Hause Google wurde damit um 10 Prozent mehr eingesetzt. Zu den Google-Anwendern gehören Andritz, Flughafen, OMV, Post, Palfinger, Telekom, VIG, Voestalpine.
6.)
50% der Sites, die Google Analytics einsetzen, halten sich an die Nutzungsbedingungen und weisen den Einbau des Tools aus.

Von den größten 100 Unternehmen Österreichs haben nur 56 Prozent eine Analyse-Software auf ihrer Webseite im Einsatz, 31 Prozent davon nutzen Google Analystics, 48 Prozent klären ihre User über das Tracking auf.

Im Vergleich zu den deutschen Firmen sind die Österreicher jedoch um einen Schritt weiter. Die DAX-Unternehmen haben im Vergleich zum Vorjahr in der Verwendung von Webanalyse-Tools deutlich zugelegt und sind nun mit den österreichischen Top-100 Unternehmen zu vergleichen.

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