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Bayrische Kontron verkauft Produktion

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05.01.2012 | 15:10

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Bayrische Kontron verkauft Produktion

Der bayerische Kleincomputerhersteller Kontron gibt den Großteil seiner Fertigung auf. Der Verkauf der Produktion bringt zwar mindestens 23 Millionen Euro, die Bilanz von 2011 wird allerdings durch Einmalbelastungen verhagelt.

Das Unternehmen verkaufe seine Produktionstochter in Malaysia für 30 bis 35 Mio. Dollar (23,2 bis 27,0 Mio. Euro) an den US-Auftragsfertiger Plexus, teilte Kontron am Donnerstag mit. "Die Mehrheit der Fertigung ist damit weg", sagte Kontron-Chef Ulrich Gehrmann im Reuters-Interview.
Es habe sich die Möglichkeit eines Verkaufs geboten, da Plexus in Malaysia auf der Suche nach Auslastung und Personal gewesen sei. Die Rendite dieser Fertigung seien ohnehin gering gewesen. "Solche Spezialisten wie Plexus können das besser", sagte Gehrmann.

Die Trennung verhagelt den Oberbayern allerdings das Jahresergebnis 2011. Die Aufwendungen im Rahmen des Verkaufs schlügen mit 6 Mio. Euro zu Buche, hieß es. Die angestrebte operative Rendite von acht Prozent sei so nicht zu erreichen. "Der Gesamtjahresumsatz wird voraussichtlich im Rahmen der Erwartungen liegen", erläuterte das Unternehmen. Bisher hatte Kontron einen Umsatz von 570 Mio. Euro und einen Betriebsgewinn (Ebit) zwischen 44 und 47 Mio. Euro angepeilt.

Verkauf soll Zahlen verbessern

Der Verkauf bringe Kontron auf der anderen Seite Vorteile, etwa beim Einkauf. Künftig würden Module im Wert von rund 100 Mio. Dollar pro Jahr zusätzlich bei Plexus eingekauft. Kontron erwarte aus der Transaktion 2012 einen moderaten Anstieg des Ergebnisses je Aktie, geringere Investitionen, einen deutlich erhöhten Umsatz je Mitarbeiter und ein besseres Netto-Umlaufvermögen.

Der Ausstieg aus der Massenfertigung werde mittelfristig die Margen von Kontron nach oben treiben, da sich die Firma immer mehr auf höherwertige Systemintegration verlege, sagte Gehrmann. Die seit langem angestrebten zweistelligen operative Renditen bleiben zunächst allerdings noch in der Ferne. "2012 wird kein einfaches Jahr, da wird das noch nicht möglich sein, es hängt allerdings vom Markt ab", sagte Gehrmann. "Wir leiden darunter, dass die öffentliche Hand nicht mehr so viel nachfragt, weil sie kein Geld mehr hat."

Kontron stellt Steuerungscomputer für eine breite Gerätepalette her, unter anderem für Telefon- und Stromnetze, Medizintechnik und Automaten. Traditionell ist das im TecDax gelistete Unternehmen als Frühzykliker anfällig für Krisen bei seinen Kundenindustrien. Mit dem Ausstieg aus der Massenfertigung folgt Kontron einem Trend, der in anderen Zweigen der Technologiebranche bereits seit längerem herrscht. So lassen Computer- und Unterhaltungselektronikanbieter bereits seit langem ihre Geräte außer Haus von Spezialisten wie Foxconn oder Quanta in Asien fertigen. Im Halbleiterbereich hat sich eine ganze Industrie von Auftragsproduzenten gebildet, die vor allem in Korea, Taiwan und China die Chips von Unternehmen aus dem Westen und Japan herstellen.

(Reuters/ekh)

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