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Neue "Netz-Ehe": T-Mobile und Hutchison teilen Netze

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von Thomas Jäkle | 04.01.2012 | 11:54

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Neue "Netz-Ehe": T-Mobile und Hutchison teilen Netze

Nun ist es offiziell: Wie das WirtschaftsBlatt bereits Mitte Dezember berichtet hat, werden T-Mobile Austria und Hutchison 3G ("3") ab Juli 2012 eine Netz-Kooperation starten. Die Netz-Ehe mit Orange Austria scheint für T-Mobile somit geschieden zu sein.

Wien. "Eine umfangreiche und langfristige Kooperation" zur gemeinsamen Nutzung der Mobilfunknetze haben T-Mobile Austria und Hutchison 3G ("3") am Mittwoch bekanntgegeben. In einer Aussendung teilt Österreichs viertgrößter und somit kleinster Netzbetreiber "3" nun offiziell die Kooperation mit. Das WirtschaftsBlatt hat über diese neue "Netz-Ehe" bereits am 21. Dezember exklusiv berichtet. Die Ambitionen von "3", Orange Austria zu übernehmen, sollen von der neuen "Netz-Ehe" nicht berührt werden, heißt es aus Kreisen von "3".

Hutchison 3G stellt demnach T-Mobile das UMTS-Netz (3G) im ländlichen Raum zur Verfügung. T-Mobile Austria teilt im Gegenzug sein bestehendes 2G-Netz mit Hutchison 3G ("3"). Seit Markteintritt im Jahr 2003 hatte "3" bei Handy-Telefonaten und SMS mit A1 kooperiert.

Ab Juli 2012 wird "3" nun auch mit T-Mobile kooperieren. "3" weist daraufhin, dass die Kooperation aus dem Jahr 2003 mit A1 aufrecht bleiben soll.

 "Für unsere Kunden ändert sich dadurch nichts", sagt 3CEO Jan Trionow. "Sie genießen weiterhin alle Vorteile des superschnellen 3MegaNetzes, dem besten Mobilfunknetz Österreichs, und profitieren
künftig zudem vom bereits hervorragend ausgebauten 2G-Netz unseres Partners T-Mobile. Zusätzlich setzen wir parallel den Ausbau unseres
LTE-Netzes zielstrebig fort."

Für T-Mobile bringt die neue "Netz-Ehe" Vorteile beim ausbau der nächten, vierten Mobilfukgeneration LTE (Long Term Evolution). "Durch die Kooperation mit Hutchison können wir ab Mitte 2012 noch stärkeren Fokus auf den
Ausbau von LTE in Österreich legen", sagt Robert Chvátal, CEO von T-Mobile Austria.

Die Deutsche Telekom-Tochter war beim kürzlich bekannt gegebenen Netztest hinter "3" und A1 Dritter geworden, Orange landete auf dem letzten Platz. Der zweitgrößte Betreiber bringt es bei UMTS (HSPA) auf eine Netzabdeckung von knapp über 80 Prozent.  

Retourkutsche nach der Untreue

Im Frühjahr 2011 hatte T-Mobile Austria noch mit Orange Austria eine Netzehe eingehen wollen, bei der die Nutzung von Sendeanlagen vereinbart wurde. Bis heute halten sich beide Konzerne zwar noch immer für die Kooperation bereit. Außer gemeinsamen Besprechungen und Netzplanungen ist laut Insider bisher nichts passiert.

Im Verlauf des Sommers hatten die Orange-Eigentümer France-Télécom (35 Prozent) und Mid Europa Partners (65 Prozent) mit Verkaufsverhandlungen mit der "3"-Mutter Hutchison Whampoa in Hongkong begonnen.

Der Deal, dass "3" Orange Austria übernimmt, sollte ursprünglich bis Weihnachten durchgewunken werden. Über den Kaufpreis und die Vereinbarungen darüber, dass Orange Austria seine Diskontschiene Yesss an A1 abgibt, sind sich die Vertragspartner noch immer nicht einig. "3" soll angeblich bereit sein nur 1,1 Milliarden € zu bezahlen. Die Orange-Eigentümer wollen insgesamt 1,4 Milliarden € erlösen.

Die T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom hatte zuvor bereits ebenso Gespräche mit France Télécom geführt wegen einer Übernahme von Orange Austria geführt. Die Verhandlungen wurden im Sommer 2011 gestoppt, wie das WirtschaftsBlatt aus involvierten Kreisen erfahren hat.

 

 

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