von Stefan Mey | 17.07.2009 | 15:51
Blogger vernetzen sich in der realen Welt
Wer schreibt gratis, ohne Aussicht auf Werbeeinnahmen? Antwort: Selbständige, die ihre Arbeit lieben, sich schreibend als Experten positionieren. Als Lohn winken Aufträge.
Luca Hammer, Initiator des Events und Co-Gründer von „Blögger"
Gute Blogger sind eine Spezies für sich: Am Puls der Zeit, äußerst kommunikativ, technikaffin und Meister im digitalen Vernetzen - in Facebook findet man sie ebenso wie bei Xing. Letzte Woche schalteten rund 60 Wiener Blogger die Computer aus, um sich zum „Blogtail" zu treffen: Über das Bloggen plaudern und dabei Cocktails trinken.
„Wir wollen Wissen anbieten und uns vernetzen", sagt Luca Hammer, Initiator des Events und Co-Gründer von „Blögger" - die österreichische Blogger-Plattform versteht sich als „Initiative zur Stärkung österreichsicher Mikromedien".
Die hiesige Blogger-Szene sei zwar klein, und es gibt kaum kommerziell erfolgreiche Modelle, während etwa in den USA Blogs wie „engadget" oder „gizmodo" salonfähig geworden sind. „Manche aus Österreich stammende Blogs werden aber auch einfach nicht als solche wahrgenommen", sagt Hammer. Der „Google Watch Blog" hat eine deutsche URL, kommt aber laut Impressum aus Wien.
Die Gesprächsthemen sind vielfältig. Während einige ein neues Computerfreak-Spielzeug, das „Poken", testen (Testbericht morgen auf unserer IT Service-Seite), geht es ansonsten ums Bloggen: „Worüber schreibst du?" ist die naheliegende Einstiegsfrage in so manches Gespräch.
Auch Blogger brauchen eine klare Richtung, auf die sie sich festlegen; auch die Frequenz ist wichtig: Wer keine Regelmäßigkeit bieten kann, sollte es bleiben lassen. Ein anderes Thema: Die Monetarisierung. Denn Werbung im Netz ist auf Klicks ausgerichtet; mit den Nischenthemen erreichen die Blogger somit nichts. „Werbung bringt nur ein paar Cent, und die Site sieht dann unseriös aus", sagt Hammer. Alternative ist etwa das in der Schweiz populäre Angebot „Trigami", bei dem über Advertorials 50 bis 500 € verdient werden. Auch davon lässt sich aber nicht leben.
Die wahren Erträge liegen ganz wo anders: „Die Blogger können sich als Experten positionieren und so an Aufträge kommen", sagt Richard Jank, der als Wirtschaftsbund-Verantwortlicher für die Plattform b2bnetwork.at das Event finanzierte. Vor allem für Selbständige also ein tolles Tool.
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