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Dialog-backdrop "Konsumgesellschaft hat ihre Grenzen erreicht"Aus der Geschichte der Konsumgesellschaft können wir lernen. Dennoch sieht der Forscher Wolfgang König zwei mögliche Entwicklungen: Einschränkung des Konsums oder Verteilung durch Kämpfe. Buch-TippKleine Geschichte der KonsumgesellschaftSeit 20 Jahren beschäftigt sich der Historiker Wolfgang König mit dem Thema Konsum, speziell mit der von den USA ausgehenden Konsumgesellschaft. 2000 erschien die umfassende "Geschichte der Konsumgesellschaft", die er nun überarbeitet, gekürzt und aktualisiert hat.
Marken, Shopping-Center, Supermärkte, Kredite, Massenproduktion, Fast Food, Mode, Sex-Industrie, Wasser, Gas, Technik, Tourismus, Verpackung: Die "Kleine Geschichte der Konsumgesellschaft" liest sich beinahe wie eine umfassende Geschichte der westlichen Welt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute. Das zeigt, dass Konsum unser Leben wie kaum etwas anderes bestimmt. Der Historiker Wolfgang König, der seit 20 Jahren zum Thema Konsum forscht, bestätigt, dass der Konsum in den vergangenen Jahrzehnten explodiert ist, "wenn auch nicht von heute auf morgen." Seine These: Die Voraussetzungen für die heutige Konsumgesellschaft wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen, auch wenn die Entwicklung in der Industriellen Revolution ansetzt. Doch es gibt auch "Stagnationstendenzen - seit 10, 15 Jahren", sagt König, und er geht sogar noch weiter: "Die Welt ist an den Grenzen der Konsumgesellschaft angelangt", schreibt er im letzten Kapitel des Buches. Hauptgrund dafür sei die Tatsache, dass die Einkommen nicht mehr so stark gestiegen sind und die Arbeitszeit nicht mehr so stark reduziert wurde, denn: "Konsum braucht Zeit." Gegenbewegungen. Führen diese Entwicklungen zu einem Umdenken und zu einer verstärkten Kritik am Immer-mehr-konsumieren-Wollen - oder sogar -Müssen? "Ich glaube nicht, dass die Kritik zugenommen hat", sagt König. Am stärksten sei die Konsumkritik in den 1950er- und 60er-Jahren gewesen - und zwar zunächst als Kritik von rechts. Dann folgte die Konsumkritik von links, die Studenten- und Ökologiebewegung. An eine radikale Veränderung, an ein Ende des Konsums glaubt König nicht: "Konsum ist selbstverständlich geworden. Man stellt Konsum nicht mehr - wie in den 50ern - grundsätzlich in Frage." Derzeit gehe es vor allem um ökologische Probleme. Auch die ungleiche Verteilung verlange dringend nach Veränderung. Krieg oder weniger Konsum. Wie soll es weitergehen? König zeichnet ein optimistisches und ein pessimistisches Szenario: "Entweder unser Konsumverhalten wird eingefroren oder geht zurück und wir konsumieren ökologischer, sodass wir weniger Ressourcen brauchen." Das zweite Szenario für König: "Oder das Verteilungsszenario setzt ein, das bis zu Kriegen und Unruhen in Zusammenhang mit Migration führen kann." An eine "von sich aus asketische Kultur" glaubt er nicht. Der Satz "Man lernt vermutlich mehr aus Problemen, vielleicht sogar aus Katastrophen" deutet indes an, welches Szenario er selbst für wahrscheinlicher hält. mehr Bücher…
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