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Soziale Bewegungen und Social Media - Handbuch für den Einsatz von Web 2.0

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von Ann Kathrin Hermes | 24.11.2011 | 11:47

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Soziale Bewegungen und Social Media - Handbuch für den Einsatz von Web 2.0

Ein demokratisches Buchprojekt, in jeder Hinsicht - was es dazu macht und wie das Verlagswesen davon profitieren könnte.

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Soziale Bewegungen und Social Media - Handbuch für den Einsatz von Web 2.0
Herausgegeben von: Hans Christian Voigt und Thomas Kreiml
mit 47 Autorinnen und Autoren
Broschiert: 392 Seiten
Verlag: Ogb (September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7035-1462-3

Wien. Die Revolution in den arabischen Ländern, die Proteste der Stuttgart 21 Gegner oder auch die im vergangenen Jahr lautstark ausgetragene „Uni-brennt" Bewegung - ist das die Revolution der Generation Facebook, der Wutbürger des 21. Jahrhunderts?

Wutbürger ist ein Begriff den Hans Christian Voigt nur ungern hört, „ein furchtbarer Ausdruck, eine Erfindung all jener, die zur Entmachtung der Protestbewegungen beitragen wollen." Der Wiener Soziologe ist Herausgeber des Buches „Soziale Bewegungen und Social Media - Handbuch für den Einsatz von Web 2.0"

Es ist, wie der Titel verrät, ein Handbuch, keine Sammlung akademischer Aufsätze, vielmehr ein „Setzkasten aus den unterschiedlichsten Bereichen" mit denen sich arbeiten lässt. „Es geht um Aktivismus und Netzkultur" erklärt Voigt, „das Buch kann als Anleitung verstanden werden - wie man sich organisieren kann, wie politische Partizipation aussehen kann".

Von der Einzelperson über Bürgerinitiativen, bloggende Betriebsräte bis hin zu Wahlkampagnen von Spitzenpolitikern wie Barack Obama, all jene sind zugleich Thema wie auch die Zielgruppe des Buches.
Sich nicht mundtot machen lassen, das ist der Appell.

„Cross Media Projekt"

Die Idee zum Buch entstand bereits vor einigen Jahren. Ein „unwahrscheinliches Projekt", wie es Hans Christian Voigt heute stolz nennt.
Unwahrscheinlich deshalb, weil es neue Wege beschreitet. Teile des Buches existierten bereits rund ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung - nämlich im Internet.
Keine Raubkopie, pure Absicht. Bewusst veröffentlicht man den gesamten Inhalt des Buches, frei zugänglich, auf der Seite www.sozialebewegungen.org

Das ist Teil eines „Cross Media Projekts" - ein Projekt das es so noch nie gegeben hat.
Das Buch ist ein gedruckter Auszug aus einer kreativen Debatte, die hauptsächlich im Internet geführt wurde und immer noch wird.
Die Autoren, das ist die „Community", eine heterogene Gruppe die u.a. aus Journalisten, Studenten, Bloggern und politische Engagierten besteht.

Von der Idee bis hin zum fertigen Produkt wurde alles im Internet mitverfolgt, mitgestaltet, miterlebt.
Über ein eigens dafür angelegtes Arbeits-Wiki wurde die Struktur definiert, wurden Absprachen getätigt, selbst das Lektorat erfolgte virtuell.
Auch die Form des Buches greift Elemente der virtuellen Welt auf. So sind die einzelnen Kapitel aufgebaut wie Blogeinträge, einzelne Wörter werden zu „Hashtags" ( Schlagwörter die in der Twitternachricht mit einer vorangestellten Raute gekennzeichnet werden) und anschließende Kommentare regen zum weiterdenken und diskutieren an.

„Ein lebendiges Projekt" und auch ein E-Book der etwas anderen Art.
In Zeiten, in denen es dem österreichischen Buchhandel ( 2011 verzeichnete dieser ein Umsatzrückgang von 4,8%) nicht sonderlich gut geht, kann dies vielleicht als eine Idee betrachtet werden, das klassische Buch um eine neue Seite zu bereichern.
Hans Christian Voigt und der „Community" ist dies schon, wie er selbst sagt, „gut gelungen".

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