Freitag, 30. Juli 2010 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Spielgeld für das erste Lebenszeichen

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Kathrin Gulnerits | 15.06.2007 | 10:54

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Spielgeld für das erste Lebenszeichen

Er weiss, worauf es ankommt: Markus Wagner, früherer 3united-Miteigentümer, greift nach seinem Millionen-Deal nun anderen Gründern finanziell unter die Arme.

WB / Fezehai

„Wir geben weit mehr als nur das Startgeld“, sagt Wagner. „Wir wollen die Ideen auch operativ antreiben und stellen die gesamte Infrastruktur gleich mit zur Verfügung.“

Er trägt noch die gleichen Turnschuhe wie vor ein paar Jahren und das Auto in der Garage ist ein älteres Modell. Markus Wagner hat sich selbst nur wenig geändert – aber seine Wohnadresse ist eine andere: Statt Wien steht nun New York City auf seiner Visitenkarte. Und das überrascht nicht, wenn man sich den kurzen Lebenslauf von Wagner anschaut: Studium an der Fachhochschule Salzburg. Mit 22 Jahren Vorstand und Miteigentümer des österreichischen Mehrwertdienstanbieters 3united, den er zum Marktführer für interaktive mobile Applikationen ­ – etwa SMS-Votings für TV-Formate wie „Starmania“ – ausbaute. Im Vorjahr verkaufte Wagner das Unternehmen an den US-Telekomkonzern VeriSign und wechselte die Seiten.

Vor zwei Wochen hat der heute 29-Jährige den Inkubator i5invest mit Sitz in Wien, Salzburg und New York gegründet. Er und seine 15 Mitunternehmer –­ darunter ehemalige Weggefährten aus 3united-Zeiten –­ wollen anderen Web 2.0-Unternehmen finanziell unter die Arme greifen. „Spielgeld“ für dieses Engagement hat Wagner jedenfalls genug in der Tasche. Der Verkauf an VeriSign spielte 55 Millionen € in die Kasse. Doch hoffnungsvollen Start ups nur einen Scheck auf den Tisch zu legen, ist ihm zu wenig. „Wir geben weit mehr als nur das Startgeld“, sagt Wagner. „Wir wollen die Ideen auch operativ antreiben und stellen die gesamte Infrastruktur gleich mit zur Verfügung.“

Türöffner

Damit will er sich von anderen Inkubatoren unterscheiden. Zudem weiss Wagner aus eigener Erfahrung nur allzu gut, dass ein finanzieller Polster nur die halbe Miete ist. Vielmehr geht es darum, Schlüssel für die richtigen Türen zu bekommen, um sich viele leere Kilometer zu ersparen. „Wir haben damals auch mit einem Inkubator verhandelt, der uns Geld gegeben hätte – mehr aber auch nicht“, erinnert sich Wagner an seine ersten Schritte im Business. „Das Geld hat uns damals nicht weitergeholfen. Das braucht man am wenigsten in dieser Zeit.“

Wie es auch anders gehen kann, erlebt gerade die österreichische Online-Welt Papermint, bei der i5invest bereits eingestiegen ist. Fünf weitere Projekte, darunter drei aus Österreich, liegen schon auf Wagners Schreibtisch. Mehr lässt er sich nicht entlocken. Potenzial sieht Wagner jedenfalls genug. „Es gibt viele Ideen, wo man sich gleich denkt: Das muss doch was werden. Bei anderen muss man dem Markt Zeit geben, das zu bewerten. Daher verfolgen wir immer mehrere Ideen nebeneinander.“ Dass Wagner Geld und noch ein bisschen mehr zu bieten hat, dürfte sich schon herumgesprochen haben. In den vergangenen vier Wochen sind rund 50 Projektideen bei ihm eingetrudelt –­ rund die Hälfte davon aus Österreich.

Ein 30 Seiten starker Business­plan interessiert Wagner nicht. Es reicht, die Idee in ein paar Sätzen zu beschreiben. Klingt schwierig, ist es auch. Der Ausleseprozess geht in der Regel schnell: „80 Prozent der Ideen, kennt man eh schon.“

Ob der Daumen letztendlich nach oben oder nach unten geht, darüber entscheiden Bauchgefühl, Erfahrung, Expertenmeinungen – und die Gründerpersönlichkeit. Was kann ich beitragen? Habe ich Kontakte? Schaffe ich es, einen lauteren Medienrummel zu erzeugen als die grosse Masse? Wer mit Wagner in Kontakt tritt sollte Antworten auf diese Fragen parat haben. Viele bleiben sprachlos. „Von 7000 potenziellen Jungunternehmern in Europa schaffen es vielleicht zehn Prozent“, glaubt Wagner.

Marktführer

Halbe Sachen interessieren den Jungunternehmer, der beim Thema Gründung ein alter Hase ist, nicht. „Wir haben bei all unseren Projekten den Anspruch, damit Marktführer in Europa zu werden“, sagt er ­und irgendwie klingt es nicht nach einer schnell daher gesagten Floskel. Erst recht nicht, als er nachlegt: „Es reicht mir nicht, zwischen Zürich, Passau und Bratislava zu expandieren.“ Ach ja, rechnen muss sich die ganze Sache natürlich für i5invest auch.

Synergien mit anderen Projekten sind von Vorteil. „Wenn wir es schaffen, die Kosten über Synergien um die Hälfte zu reduzieren, bleibt uns mehr Rendite“, sagt Wagner emotionslos. „In letzter Konsequenz muss ich ganz wirtschaftlich denken.“

Kommentare… Kommentar hinzufügen…
mehr Fotogalerien>

Fotogalerien Karriere

  • Stefan Gergely
    Watchlist Juli

    Menschen in Bewegung

    Universität

    10 Top-Fakultäten für BWL

Sie möchten Ihre Stelle hier sehen?

Ihr Inserat ab ? 420.-

Bei Karriere.at schalten und im gesamten Netzwerk erscheinen.

» alle Infos
mehr Fotogalerien>

Fotogalerien Media

  • Der ungewöhnlichste Pin-up-Kalender der Welt
    Wundersame Werbewelt

    Pin-Up-Kalender

    dpa
    Markennamen

    Entstehung berühmter Brands