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Dialog-backdrop Persönlichkeitsbildung ist für Führungskräfte immer wichtigerDer Trend im Bereich der Manager-Weiterbildung geht zur Entwicklung einer Führungspersönlichkeit. Auch außerberufliche Aspekte werden dabei immer wichtiger. Einer Studie eines Beratungsunternehmens zufolge sind österreichische Firmen Nachzügler auf diesem Gebiet. Österreichische Unternehmen investieren deutlich weniger in die Entwicklung von Führungskräften als unsere Nachbarn in Deutschland und der Schweiz. So lautet das Ergebnis einer OGM-Studie im Auftrag der Beratergruppe Neuwaldegg. Zwar hat Führungskräfte-Weiterbildung für 74% der befragten österreichischen Unternehmen große bis sehr große Bedeutung (in Deutschland und der Schweiz sind es noch einige Prozentpunkte mehr), die Zahl der Firmen, die professionelle Entwicklungsprogramme in Anspruch nehmen, ist in unseren Nachbarländern jedoch wesentlich höher. Er habe "den Eindruck, dass bewusste, professionelle Entwicklung von Unternehmensseite dort weiter gediehen ist", sagte Heinz Jarmai von der Beratergruppe bei der Präsentation der Studie. Leadership-Kompetenzen sind immer gefragt Drei Haupttrends lassen sich der Studie zufolge in der Weiterbildung von Führungskräften festmachen: Erstens seien Fähigkeiten wie Strategieentwicklung und Umgang mit Veränderungen nun weitaus wichtiger geworden und ergänzen damit den Katalog der traditionellen Anforderungen an einen Manager. Zur Führungskompetenz gehöre unter Umständen also auch, sich "gegen manche Sachen, die in der Organisation stattfinden, einzusetzen und andere Menschen zu finden, die diesen Weg mitgehen". Durch "Überschreitung von persönlichen und unternehmerischen Grenzen" könnten derartige Kompetenzen ausgebildet werden. Weiters erlange im Zeitalter der Globalisierung die Koordination über Landes- und kulturelle Grenzen hinweg zusätzliche Bedeutung. Die Fähigkeit zur interkulturellen Zusammenarbeit sei ein vernachlässigtes Gebiet, was man an der Zusammensetzung der Vorstände in Weltkonzernen sehen könne: Nicht selten fänden sich dort trotz der internationalen Ausrichtung nur Menschen ein und derselben Nationalität. Auch außerberufliche Aktivitäten sind wichtig Außerdem legen Unternehmen zunehmend Wert auf "soft skills" und Persönlichkeitseigenschaften, wie aus der Untersuchung hervorgeht. Manager würden zunehmend nicht aufgrund fachlicher Kompetenzen, sondern als Person beurteilt: Wenn eine Firma negative Schlagzeilen schreibe, werde damit auch die ganze Person des Chefs in Frage gestellt. Dass organisierte Seminare hier zur Weiterentwicklung nicht ausreichen, ist klar. "Viele Personen suchen inzwischen einen großen Teil ihrer Entwicklung außerhalb des Unternehmens", sagte Berater Frank Boos. Es sei damit zu rechnen, dass bei der Besetzung führender Posten immer mehr auch Kriterien der Lebensführung eine Rolle spielen werden, die allenfalls am Rande mit dem Job zu tun haben - ob der Bewerber beispielsweise auf seine "Gesundheit und damit weitere Handlungsfähigkeit" achte. Auch gebe die Art der Freizeitbeschäftigung Aufschluss über soziale Kompetenzen. Besonders wichtig sei auch Selbstreflexivität: Die größte Leistung, so Boos, brächten keineswegs die Manager mit den besten Kommunikationsskills, vielmehr "die, deren Selbstbild damit übereinstimmt, wie sie auch von außen gesehen werden." Dementsprechend gewännen auf die einzelne Person zugeschnittene Weiterbildungsangebote zunehmend an Beliebtheit. Österreich hat noch Aufholbedarf Warum nun geht die Anpassung an diese neuen Anforderungen in Österreich langsamer vonstatten als in unseren Nachbarländern? Das kann auch die Studie nicht eindeutig beantworten. Einer der Gründe könnte Boos zufolge die "andere Größenstruktur der deutschen Wirtschaft" sein. Österreichische KMUs könnten sich professionelle Weiterbildung für ihre Führungskräfte oft nicht leisten. Aber auch einen Einfluss der "österreichischen Mentalität" hält Boos für möglich: "Die Österreicher lösen manche Probleme dadurch, zuerst was zu tun und nachher zu überlegen, was das beste System dafür wäre." Auch die diesbezüglichen Initiativen von Unternehmensseite seien in Österreich seltener vorhanden. Anders etwa in der Schweiz, wo Unternehmen Managern Entwicklungsprogramme anbieten, um sie zur Annahme einer Stelle zu bewegen. Das Ziel seiner Branche in Österreich sieht der Berater Boos erreicht, wenn in der Chefetage "eine Gehaltserhöhung nicht mehr ausschlaggebend für einen Wechsel ist." |
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