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Das Networking funktioniert am besten im Büro

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von Gerald Pohl | 24.07.2008 | 19:30

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Das Networking funktioniert am besten im Büro

Bürogemeinschaften bieten eine Menge Vorteile. Nicht nur, dass man sich die monatlichen Fixkosten teilt, als Mieter wird man automatisch Teil eines Netzwerks. Zum Nutzen für alle Beteiligten.

WB

Michael Pöll (re.) und Stefan Leitner-Sidl vernetzen Wiener Bürogemeinschaften mit Office-Communities in Berlin

Als sich Christine Wurnig vor drei Jahren als Fotografin selbstständig machte, fiel ihr nach kürzester Zeit in ihrem Home-Office die Decke auf den Kopf. "Ich kam mir isoliert vor, so, als ob ich arbeitslos wäre", sagt Wurnig heute.

Der Schritt in die Bürogemeinschaft in der "Schraubenfabrik" in Wien-Leopoldstadt war zugleich psychologische Therapie. Ihr Berufsleben verlief ab diesem Zeitpunkt strukturierter, weil sie morgens die eigene Wohnung verließ, um arbeiten zu gehen.

Seither hat sie einen Arbeitsplatz im Großraumloft und freut sich über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit. "In der Schraubenfabrik sind unter anderem Architekten, Stadtplaner, Journalisten vereint. Ob es zu Kooperationen oder Synergien kommt, hängt vom Einzelnen ab. Bei mir haben sich solche rasch im Journalismus ergeben", sagt Wurnig.

Nachteile fallen ihr nur wenige ein. Natürlich die monatliche Miete von 300 €, die erst kürzlich um 20 Prozent angehoben wurde. Gelegentlich stört sie auch der Lärmpegel. Ins Leben gerufen haben die Schraubenfabrik die beiden Marktforscher Stefan Leitner-Sidl und Michael Pöll. "Wir wollten kein 08/15-Büro. Es sollte Atmosphäre haben: mit einer Couch, einem Wuzler und einer Café-Bar", sagt Leitner-Sidl.

Neuer Geschäftszweig.

Nach sechs Jahren fanden sie ein passendes Loft. Doch es war zu groß für die beiden. Also suchten sie weitere Mieter. Das Geschäftskonzept ging auf. Mittlerweile konzentrieren sich die (ehemaligen) Marktforscher auf die Vermietung von Büroflächen an drei Standorten.

Ihr neuestes Projekt ist die Vernetzung der Bürogemeinschaften mit anderen Städten. "Damit bieten wir unseren Mietern die Chance, internationale Kontakte zu knüpfen und im Ausland tätig zu werden", sagt Leitner-Sidl. Mit Office-Communities in Berlin funktioniere das bereits sehr gut, vor allem Kreativunternehmen seien daran interessiert. Für diese Kontaktleistung verrechnen die Initiatoren weder Service Fees noch Provisionen.

Drei Unternehmen.

Interne Provisionen fallen auch keine in der Steuerberatungskanzlei von Gabriele Grader an, obwohl sie sich als Gründerin der Bürogemeinschaft und Hauptmieterin bewusst ist, dass sie das meiste Geschäft akquiriert. Seit 2006 arbeitet die Steuerberaterin gemeinsam mit der Buchhalterin Elfriede Schneider und der Personalverrechnerin Sylvia Halat im eigenen Büro im 14. Bezirk.

"Wir sind drei selbstständige Unternehmen. Jede von uns hat mit den gemeinsamen Kunden einen eigenen Vertrag", sagt Grader. Trotzdem wird in dem 140 Quadratmeter großen Büro eng kooperiert. Grader: "Diese spezielle Konstellation bietet nur Vorteile: So kann ich mich hundertprozentig darauf verlassen, dass die Buchhaltung bis zum 15. des Monats fertig ist."

Gemeinsam nutzt man die Telefonanlage, Fax, Kopierer und die Kaffeemaschine. Der Zusammenhalt des Trios wird nach außen hin auch durch den grafischen Auftritt dokumentiert: Bis auf die unterschiedlichen Farben gleichen einander die Homepages und die Visitenkarten der drei Frauen.

Gibt es bei so viel Harmonie denn überhaupt keine Probleme? "Wir wären keine Menschen, hätten wir nicht hie und da auch kleine Reibereien", antwortet Grader lächelnd.

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