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"Wie der Zar die Welt eroberte…"

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von Stefan Mey | 31.07.2008 | 20:32

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"Wie der Zar die Welt eroberte…"

Sie sind Indianer, Piraten, Adelige oder Disco-Kings - der russische Konzern Kaspersky steht auf schräge Verkleidungsfeste. Die Mitarbeiter haben das Gefühl, eine große Familie zu sein, die ständig wächst.

beigestellt

Zar für einen Abend: Eugene Kaspersky verkleidet sich und seine Mitarbeiter gerne

Ein ehemaliges Kloster in St. Petersburg: es herrschen hochsommerliche Temperaturen, doch das hindert die rund 300 Gäste im Saal nicht, sich wie Adelige des russischen Zarenhofs zu kleiden, einem klassischen Orchester zu lauschen und Walzer zu tanzen.

Mittendrin: Eugene Kaspersky, CEO von Kaspersky, einem russischen Konzern, der Antivirus-Software anbietet. Er hat sich als Zar verkleidet. "Sehen sich um", sagt der Mann mit Vollbart und geföhntem Voku hila, als er in Richtung Mitarbeiter und Partner gestikuliert: "Diese Menschen sind nicht motiviert, sie sind glücklich."

Verkleidungsfeste wie dieses gehören bei Kaspersky zur Unternehmenskultur; zwei Mal jährlich - zum Firmenjubiläum und zu Neujahr - wird gefeiert. Zuvor waren die Russen auch schon Piraten oder Indianer. "Zu Neujahr machen wir eine 80er-Party", freut sich Kaspersky: "Und ich werde mich als ein Mitglied von ABBA verkleiden."

Eigene Filme.

Dann wird um Ruhe gebeten: Die Beamer springen an und zeigen ein Video in Sepia-Farben. Titel: "Wie der Zar die Welt eroberte." Im Film umwerben mittelalterlich gekleidete Figuren eine Frau namens "Welt", namentlich gleichen sie verdächtig den Konkurrenten des Unternehmens. Die junge Dame weist sie ab. Dann tritt der Zar selbst auf, hält ihr den neuesten Virenscanner vor die Nase - und sie verliebt sich. "Das Video haben wir in unserer Freizeit gedreht", grinst Kaspersky.

Mitarbeiter des Unternehmens waren ebenso beteiligt wie ein externes Team. Und ja: Es gibt auch Piraten- und Indianerfilme mit russischen Darstellern.

Am Tag zuvor trugen die Mitarbeiter noch ihr übliches Arbeitsgewand: T-Shirts mit Computerfreak-Aufschriften wie "I had worms" oder "Fuck Google, ask me". Auf einem anderen ist Kaspersky in Che Guevara-Pose zu sehen, erklärt den Viren den Krieg - Personenkult, der die Mitarbeiter bei Laune hält.

Diese Kultur ist eher typisch für KMU; bei Konzernen ist so eine enge Verbindung selten. "Manchmal habe ich das Gefühl, wir wachsen zu schnell", sagt Kaspersky: "Da besteht die Gefahr, den Spirit zu verlieren." Früher kannte er noch alle Mitarbeiter persönlich, heute begegnen ihm oft unbekannte Gesichter.

Um dem entgegenzuwirken, sollen Manager mit den Werten vertraut gemacht werden - und wer nicht mitmacht, muss gehen. "Eine PR-Mana gerin mussten wir kündigen, weil sie nicht in die Kultur passte", nennt Kaspersky ein Beispiel. Es kann halt nicht immer funktionieren.

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