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Mit 14 ein Unternehmen gründen

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von Stefan Mey | 03.07.2009 | 08:53

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Mit 14 ein Unternehmen gründen

Wenn wir ein Unternehmen gründen, nehmen wir unser Leben selbst in die Hand. Warum sollte das nicht auch für Kinder in Entwicklungsländern gelten? Ein neuer Ansatz.

beigestellt

Aflatoun-Gründerin Jeroo Billimoria ist eine Serientäterin des Social- Entrepreneurship – sechs Organisationen gehen auf ihr Konto

Wenn Jeroo Billimoria lacht, dann kommt es von Herzen - und sie lacht oft. Die Inderin, die in ihrer Wahlheimat Amsterdam lebt und arbeitet, gilt in der Social-Entrepreneur-Szene als "Serientäterin": Sie hat sechs Organisationen gegründet und plant bereits an weiteren. Eine davon ist Aflatoun: Ein System, das Kindern das Sparen beibringt, sodass sie ein eigenes Unternehmen gründen und somit ihr Überleben sichern - schließlich lebt von den rund 2,2 Milliarden Kindern weltweit etwa die Hälfte in Armut.

Billimoria hat mit ihrem Programm 250.000 Kinder in 23 Ländern erreicht; bis 2010 sollen es eine Million Kinder in 75 Ländern werden. "In 40 Ländern stehen wir gerade in den Startlöchern", sagt sie. Begonnen hat sie in ihrem Heimatland Indien - der Unternehmensname wurde von den Kindern damals selbst gewählt und basiert auf einer Figur in einem Bollywood-Film. Im Jahr 2005 testete Billimoria das Konzept in zehn weiteren Ländern, von Argentinien bis zu den Philippinen.

Das Programm baut auf fünf Säulen auf: Das Schaffen von Selbstbewusstsein und Selbstverständnis, Aufklärung über Rechte und Pflichten, Sparen lernen, das Erlernen von Planung und Budgetierung und Unternehmertum. Die komplexen Inhalte werden so vermittelt, dass sie für Kinder adäquat sind: Mittels Liedern, Spielen und Lernbücher. Implementiert wird das weltweit über lokale Partner-NGOs; Billimorias Plan ist, dass die Themen auch in reguläre Lehrpläne aufgenommen werden. "Fragt man Kinder, woher das Geld kommt, bekommt man oft als Antwort: Aus dem Bankomat", zeigt sie sich entrüstet.

Gründen mit 14.

Billimorias Zielgruppe ist 6 bis 14 Jahre alt. Mit sechs Jahren beginnen die Kinder ihren Lernprozess, werden in dieser Phase über das Sparen aufgeklärt. In kleinen Dosen sammeln sie dann Kleingeld, das übrig bleibt; ist nicht einmal das möglich, werden sie darin unterrichtet, Strom oder Wasser zu sparen und sich so ein Startkapital schaffen zu können. Ihr Unternehmen gründen sie dann im Alter von 14 Jahren.

"Ihr Budget ist dann natürlich noch immer minimal", sagt Billimoria. Manche handeln mit Müll, andere beginnen ihr Geschäft mit einer Hand voll Reis; glücklicher ist, wer sich ein Huhn leisten kann und die Eier verkauft. So oder so: Durch das Sparen und das geschaffene Selbstbewusstsein schaffen sich die Kinder selbst einen Unterhalt, den ihre Eltern ihnen nicht bieten konnten. Billimoria berichtet etwa von Buthainer, einem zwölfjährigen Mädchen aus Ughanda, das sich auf diese Art den Schulbesuch finanziert. So ergeben sich ebenfalls neue Chancen.

Kinder-Bank.

Billimorias Vision ist, dass auch klassische Banken an diesem Konzept teilhaben - das stößt aber auf Widerstände. Erstens ist viel Lobbyingarbeit wegen des Mindestalters für eine Kontoeröffnung nötig; zweitens muss in den Banken selbst ein Umdenken vom Management bis zum Schalterangestellten stattfinden: Wer ist schon erfreut, wenn ein Kind aus dem Slum mit ein paar dreckigen Münzen in die Filiale kommt? Billimorias Argument für den Dialog mit den Banken: "Wer als Kind schon Kunde war, der wird auch als Erwachsener gerne bei der Bank bleiben."

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