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Dialog-backdrop Wer beim Gehaltspoker daneben greift, geht leer ausBewerbung. Über Geld spricht man nicht. Außer am Ende von Bewerbungsgesprächen - und dann nur unter Anspannung. vergrößernGrafik
Martin Wehrle, Gehaltscoach: "Bei einem Wechsel sollte das Gehalt um 15-20 Prozent steigen. Schließlich soll man ein Problem bei der Firma lösen. Tipps1Die Frage nach dem Gehalt auf jeden Fall stellen
2Den richtigen Zeitpunkt abwarten: Am Ende des Bewerbungsgesprächs
3Auf keinen Fall unter dem eigenen Wert verkaufen. Sie wollen ja aufsteigen
Herbstzeit ist Bewerbungszeit: "Den Prophezeiungen der Krisenbeschwörer zum Trotz hat die Saison auch heuer wieder gut begonnen", freut sich Jacques André Mertzanopoulos, Geschäftsführer des Headhunters Arthur Hunt. Nun geht es darum, Stellen nachzubesetzen, ein Kampf um die guten Positionen hat begonnen - und dabei spielt das Gehalt keine unwesentliche Rolle. Aber: An welcher Stelle des Bewerbungsprozesses wird das Tabuthema Gehalt bestenfalls angesprochen? In anderen Ländern, etwa den USA, werden Gehälter transparent schon in der Stellenbeschreibung kommuniziert. Das spart laut Mertzanopoulos vor allem den Recruitern viel Zeit, weil sich hinter toll klingenden Jobangeboten oft mickrige Jobs verbergen - hier bewerben sich oft die falschen Leute für den Posten; es sei denn, das Gehalt steht in der Anzeige und dient somit als Richtwert für die Bewerber. In Österreich hingegen sind Gehaltsangaben nicht Usus: "Hier gibt man sich pseudo-elitär und tut so, als spiele Geld keine Rolle." Hingegen kommt es gelegentlich vor, dass Unternehmen die Bewerber auffordern, schon im Motivationsschreiben ihre Gehaltsvorstellungen zu schildern. Das bringt den Bewerber in eine Zwickmühle, da er sich zu früh auf einen unpassenden Betrag festlegen könnte. Hierzu der Tipp von Martin Wehrle, Gehaltscoach und Autor von Büchern wie "Lexikon der Karriere-Irrtümer" (Econ): "Gehen Sie auf die Wünsche ein, aber in derselben Sprache wie die Firmen." Nämlich möglichst abstrakt: "Ich stelle mir ein Gehalt vor, das zu den hohen Anforderungen der Stelle und zu meiner Qualifikation passt", hält Wehrle für eine passende Antwort. Meistens ist aber die Gehaltsfrage das Finale des Bewerbungsgesprächs. Mertzanopoulos fragt die Bewerber nach ihrem derzeitigen Gehalt und den Vorstellungen für die Zukunft - sollte der Recruiter nicht selbst fragen, rät er dem Bewerber zum Ergreifen der Initiative: Erstens, um beim ersten Gehaltsscheck kein böses Erwachen zu erleben; zweitens, um zu demonstrieren, dass man auch unangenehme Fragen stellt - das macht Eindruck. Kritisch wird es an dem Punkt, an dem der Recruiter das "Gibt es von Ihrer Seite noch Fragen?" von sich gibt. Dann gibt es zwei Tabu-Themen: Arbeitszeiten und Gehalt. Ersteres sollte generell vermieden werden, denn sonst wirkt man bald so, als wolle man nur in begrenztem Rahmen Leistung erbringen. Die Gehaltsfrage soll gestellt werden; vorher müssen aber noch drei bis vier andere Themen abgehandelt werden, sonst wirkt man geldgeil. Hoch pokern. Und wie hoch darf man pokern? Laut Wehrle sollte man dafür sorgen, das bei einem Wechsel das Gehalt um 15 bis 20 Prozent wächst - denn erstens begibt man sich in eine neue Probezeit und zweitens hat das Unternehmen offensichtlich ein Problem, das mit einem neuen Mitarbeiter gelöst werden soll. Zu billig sollte man sich laut Wehrle nicht verkaufen - denn wer vor den Vorstellungen des Recruiters einknickt, signalisiert eventuell, dass er am Markt keine anderen Chancen mehr hat. mehr Karriere…
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