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Dialog-backdrop Weihnachtsreden ohne VersprecherDie Mitarbeiter mit Zahlen langweilen,mit Selbstlob erzürnen, mit utopischen Versprechen vergrämen - wer die Ansprache bei der Weihnachtsfeier falsch anlegt, sorgt für eine Portion Demotivierung zum Jahresende. Es geht auch anders. FactsTipps für die AnspracheKurz fassen. Lange und langweilige Reden sind
äußerst demotivierend – und niemand hört zu. Keine Fakten und Zahlen. Eine Ansprache ist keine Arbeitsklausur. Zahlen und Fakten vermeiden! Üben, üben, üben. Eine Ansprache sollte daheim geübt werden, am besten mit Diktafon. Keine Selbstdarstellung. Firmenchefs, die nur über sich selbst sprechen, vergrämen die Mitarbeiter. Füllworte vermeiden. Den Wortballast weglassen, sonst spielen die Mitarbeiter „Bullshit-Bingo“. Privates einflechten. Auf die privaten Höhepunkte der Mitarbeiter (Baby, Hausbau, auch abgeschlossene Ausbildung etc.) eingehen. Reden statt Lesen. Nicht einfach vom Papier ablesen, lieber frei reden – das wirkt deutlich besser. ZitiertTatjana LacknerHeuer ist die Verunsicherung unter den Managern besonders groß, wie sie ihre Weihnachtsansprache anlegen sollen. Sie wollen die Mitarbeiter ja nicht demotivieren ZitiertBeispiel: Motivierender FirmenchefGemeinsam haben wir heuer neue Kunden gewonnen und trotz Problemen in der Region A konnten wir unsere Ziele erreichen. Das heurige Jahr war in vielen Unternehmen kein besonders angenehmes. Doch das Schwierigste steht den Mitarbeitern meist noch bevor: Die Weihnachtsansprache des Firmenchefs. Denn es gibt kaum ein anderes Thema, bei dem Manager aus allen Branchen so schwerwiegend danebengreifen können. "Dabei könnten Adventkränzchen und Weihnachtsfeiern tolle Events für Mitarbeiter und Kunden sein - vorausgesetzt, die Stimmung passt und die Worte werden richtig gewählt", sagt Kommunikationsexpertin Tatjana Lackner. Die Chefin der Schule des Sprechens berät Unternehmer auch hinsichtlich ihres vorweihnachtlichen Auftritts vor der versammelten Belegschaft bzw. Kunden. Und heuer ist die Verunsicherung unter den Firmenchefs, wie sie denn ihre Mannschaft motivieren können, besonders groß. "Das Motto heuer lautet: Nicht durchtauchen, sondern durchstarten", sagt Lackner. Ihre beiden wichtigsten Tipps: Keine Fakten- und Zahlen-Ansprachen. Und einen kurzen, prägnanten Überblick über das Jahr bieten. Vorbilder für Weihnachtsansprachen gibt es einige, auch einige äußerst staatstragende: "Weihnachten ist eine Zeit des Feierns, aber in diesem Jahr ist es für viele ein traurigeres Ereignis. Vieles, was als selbstverständlich galt, erscheint plötzlich ungewiss, und das führt natürlich zu einem Gefühl der Unsicherheit", sagte Queen Elizabeth II. beispielsweise im Dezember des vorigen Jahres. Nicht weniger blumig die Ansprache des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler: "Wir werden uns anstrengen müssen. Aber ich habe Zuversicht, dass wir die Herausforderungen meistern werden." Und weiter: "Die Reformen der vergangenen Jahre und die neue Bereitschaft zum Miteinander in den Betrieben haben uns gestärkt für die Aufgaben, die vor uns liegen." Persönliches Sind Politiker also ein gutes Vorbild für Ansprachen? Keineswegs, warnen die Rhetorik-Profis - denn ohne Privates geht es bei der Firmenfeier nicht. Präsentationstrainerin Fleur Wöss empfiehlt den Managern sogar, sich an die eigene Kindheit zu erinnern: "Man sollte Bilder von Weihnachten heraufbeschwören, etwa den Geruch von Vanillekipferln oder den Stress der Mutter." Diese Bilder könnten in einer Rede mit aktuellen Themen verflochten werden, etwa indem man den Stress in der Firma mit dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress vergleicht. Auch Tatjana Lackner empfiehlt, Persönliches einzubringen - durchaus auch private Angelegenheiten der Mitarbeiter, etwa Nachwuchs oder den abgeschlossenen Hausbau. Hier ist Wöss skeptisch, denn nicht erwähnte Kollegen könnten sich ausgegrenzt fühlen - wie überhaupt die Erwähnung Einzelner bzw. einzelner Abteilungen ein wenig heikel sein könnte. Lackner empfiehlt, "einen dramaturgischen Bogen über das Jahr 2009" zu spannen und atmosphärisch alle ins Boot zu holen, indem man auf gemeinsame Erfolge aber auch Stolpersteine hinweist. Für Wöss gibt es drei Grundlagen einer guten Weihnachtsansprache: erstens eine Rückschau, die nichts ausspart, zweitens die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und drittens positive Emotionen betonen, etwa durch das Erinnern an gemeinsame Anstrengungen bei einem wichtigen Projekt. "Aber bitte keine falschen Engerl-Geschichten, die Leute spüren das." Lackner gibt ihr Recht: "Keine falschen Versprechungen." Small talk Übrigens kann nicht nur die Ansprache problematisch sein, auch der anschließende Small Talk könnte für Chefs und Mitarbeiter zum Spießrutenlauf werden. Hier empfiehlt Lackner: niemanden "zuquatschen", aber auch keine einsilbigen, desinteressierten Antworten geben. Die Gesprächsinhalte auf den Gesprächspartner abstimmen, also nicht mit dem Verkäufer über IT-Themen quasseln. mehr Karriere…
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