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Mythos Multitasking: Weshalb es zu viel des Guten ist

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von Alexandra Rotter | 29.01.2010 | 12:12

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Mythos Multitasking: Weshalb es zu viel des Guten ist

Wissenschaftler erkennen: Multitasking ist kontraproduktiv. Bei Managern hat sich das noch nicht herumgesprochen.

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Wer versucht, eins nach dem anderen zu erledigen, arbeitet besser und schneller.

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Experten raten, sich Zeit freizuschaufeln, in der ungestört gearbeitet wird: Telefon ausschalten, für mehrere Stunden nicht erreichbar sein. Das bedingt zweierlei: Erstens muss das Team mitmachen und Anrufer vertrösten, zweitens muss später verlässlich zurückgerufen werden.

Multitasking. Forschungsergebnisse aus Neurologie und Psychologie beweisen, dass Multitasking - also das gleichzeitige Erledigen mehrerer Aufgaben - nicht Zeit spart, sondern das Gegenteil bewirkt. Denn die Fehlerquote ist weit höher als bei nacheinander Abgearbeitetem - und das Ausbügeln erfordert Mehraufwand. Ein kleiner Test: Versuchen Sie, einen kurzen Artikel zu lesen, während Sie eine Person drei Mal unterbricht und Ihnen jeweils eine Frage stellt. Wenn Sie den Artikel fertig gelesen haben, versuchen Sie, ihn zusammenzufassen. Diese Übung schlagen Beate Schneider und Martin Schubert, Autoren von "Die Multitasking-Falle" vor. Sie sind überzeugt: "Es ist nicht effektiver, alles gleichzeitig zu tun. Die Fehlerhäufigkeit steigt extrem, Informationen gehen verloren."

Der Mythos lebt. Obwohl wissenschaftliche Studien - zuletzt von der Stanford University in Kalifornien - die Kontraproduktivität von Multitasking untermauern, glauben viele Manager nach wie vor an diesen Mythos. Im Vorjahr führte das Hernstein Institut für Management und Leadership eine Studie dazu durch. Für ein Viertel der Befragten gehört Multitasking zum Alltag. Außerdem ist die Anforderung, multitaskingfähig zu sein, nach dem Empfinden der Manager in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Besonders stark ist das Phänomen bei Unternehmen ab 1000 Mitarbeitern. Multitasking ist aber nicht Multitasking: Einfache oder automatisierte Tätigkeiten wie Essen oder Autofahren können mit fordernden wie Sprechen oder Radiohören kombiniert werden. Sobald aber komplexe Inhalte aufgenommen oder bearbeitet werden müssen, sollte man mit der Konzentration voll dabei bleiben. Wer häufig durch E-Mails oder Anrufe unterbrochen wird, braucht nicht nur länger, weil er sich immer wieder neu in das Thema einfinden muss, sondern macht auch wesentlich mehr Fehler und merkt sich kaum etwas.

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