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Dialog-backdrop "Jetzt gründen? Bist du wahnsinnig geworden?"Gründern schlägt im Bekanntenkreis nicht nur Begeisterung entgegen. Aber wie begegnet man der negativen Stimmung? FactsTippsRuhig antworten. Sie haben dieselbe Frage schon zehnmal gehört, ihr Gegenüber stellt sie das erste Mal.
Anregung annehmen. Sie entdecken dadurch neue Kritikpunkte und können das freundliche Argumentieren üben. Nicht reagieren. Wenn einer nur kritisiert, denken Sie sich Ihren Teil. Gleichgesinnte finden. In Gründernetzwerken finden Sie Leute, die die Selbstständigkeit nicht negativ sehen. Die erste Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Du hast aber Mut - hast du dir überhaupt überlegt, was passieren könnte?" Als Helmut Schidl im Vorjahr sein Consultingbüro für die Industrie gründete, war sich der 53-jährige bewusst, dass er nicht nur Schulterklopfen ernten würde. "Viele können sich nicht vorstellen, Unternehmer zu sein. Andere denken, der macht was, von dem ich immer geträumt habe'. Das ist der österreichische Neidkomplex." "Kritiker gibt es immer", sagt auch Tobias Hann, Mitgründer von Vooch. Sein Unternehmen bietet handybasierte Gutschein- und Werbelösungen an und hat im Vorjahr den i2b Businessplan-Wettbewerb gewonnen. Wie aber darauf reagieren, ohne sich von der negativen Rückmeldung fertigmachen zu lassen? "Man kann jeder Kritik etwas Positives abgewinnen", glaubt Hann. "Wir sind bereits ein halbes Jahr vor der Gründung mit unserer Idee nach außen gegangen, eben um viele verschiedene Meinungen einzuohlen." Vorausgesetzt, die Kritik lautet nicht nur "Bist du wahnsinnig?", sondern beinhaltet spezifische Sorgen - dann kann sie den Gründer auf Schwierigkeiten aufmerksam macht, an die er nicht gedacht hat. Oder sie schärft zumindest sein Argumentationsgeschick für den Zeitpunkt, an dem Vertreter der Banken ähnliche Fragen stellen. Ruhig bleiben. Daher gilt: Ruhig und gemessen, aber nicht unbedingt detailliert die spezifischen Sorgen ansprechen. Damit signalisieren Sie, sich damit schon auseinandergesetzt und eine Lösung gefunden zu haben. Das alleine beruhigt viele, die befürchten, ihr Freund oder Bekannter stürze sich Hals über Kopf in irgendein Abenteuer. "Unser Problem war eher, dass wir so früh den Leuten davon erzählt haben, dass es ihnen zu lange gedauert hat", erzählt Christian Kohlmayer, einer der Mitgründer des Online-Kunstportals Artolino. Die ständige Frage "Und, habt ihr schon was verkauft?" verunsichert nämlich genauso wie eine Blanko-Kritik. "Die Leute glauben halt, wenn man nicht im ersten Monat schon im Porsche vorfährt, war es kein Erfolg." Kohlmayer ist überzeugt, dass sich so etwas nicht vermeiden lässt. "Man muss druckresistent und sich bewusst sein, dass es bei jedem so lange dauert." Keine Wortgefechte. Positive Einstellung schön und gut, aber ständige Kritik zermürbt. Schidl erzählt von einem besonderen Härtefall: "Ich hatte einen Kollegen, der nur negativ gesendet hat., Wie soll das funktionieren, wie glaubst du, dass du Kunden kriegst?'" Schidls Lösung: Den Bekannten ausreden lassen und sich seinen Teil denken. Wortgefechte nutzen nichts. Stattdessen empfiehlt er, sich Bekannte zu suchen, die eine positive Einstellung zum Gründen und eigene Erfahrungen haben - und die einen unterstützen: Hilfreich ist es, Unternehmer- oder Gründernetzwerken beizutreten. "Wichtig ist, dass von der Familie nichts Negatives kommt." Davon kann Gründerberaterin Waltraud Maier-Hollunder eine traurige Geschichte erzählen: "Eine 45-jährige Kundin hat ein ganz tolles Konzept gehabt mit einem Handelsgeschäft mit importierten Waren. Ihr Mann hat bei mir Druck gemacht:, Was kann ich ihnen bieten, dass sie ihr davon abraten?' Er wollte halt um 18 Uhr sein Essen am Tisch." Nach zwei Jahren gab die Dame dem Druck ihres Mannes nach und sperrte zu. mehr Karriere…
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