von Melanie Manner | 04.02.2010 | 20:34
Schmerzliche Ergonomie-Mythen
Verspannungen im Nacken halten sich lange - aber Falschinformationen über die optimale Sitzhaltung, Arbeitspausen und Ausgleichsübungen sind ebenso schwer loszuwerden. Experten aus der Ergonomie und Arbeitsmedizin informieren.
Der erste Irrglaube gleich zu Beginn: Die Sitzposition in der Grafik ist nicht die, die Sie für die nächsten acht Stunden im Büro einnehmen sollten. "Das ist eine gewaltige Fehlinformation", sagt Martina Molnar, Geschäftsführerin der Beratung Humanware. "Kein Mensch kann den ganzen Tag so sitzen." Die berühmte rechtwinkelige Haltung ist die "Referenzsitzposition", anhand derer Sie feststellen können, ob ihr Arbeitsplatz ergonomisch richtig eingestellt ist. Und wie sitzt man dann richtig? "Dynamisch!" Der Mensch braucht Bewegung, und wer Sessel hat, die das ermöglichen, sitzt am gesündesten.
Arbeitsmediziner Paul Scheibenpflug, Spezialist für betriebliche Gesundheitsförderung, glaubt, dass noch viel lückenhaftes Wissen die Runde macht - auch in der Gesetzgebung für Bildschirmarbeitsplätze. So steht zwar in der Bildschirmverordnung drin, dass Tastaturen Füßchen haben müssen - ergonomisch gesehen klappt man sie aber besser ein. Mittlerweile gehe der Trend aber bereits in Richtung abwechslungsreicher Körperhaltung und Mischarbeitsplätzen.
"Mittlerweile hat sich vieles gebessert", ist Molnar überzeugt. Unnötige Fußstützen und Bildschirmfilter seien zum Beispiel größtenteils aus den Büros verschwunden. Der Meinung ist auch Klaus Wittig, Experte für Berufskrankheiten bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA. "Ich denke, die Lage verbessert sich bereits wesentlich. Der Platz am Tisch ist dank Flachbildschirmen besser geworden, immer mehr Mitarbeiter nutzen Stehtische."
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