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Auch Nichtstun will wieder gelernt sein

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von Beatrice Bösiger | 05.02.2010 | 11:55

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Auch Nichtstun will wieder gelernt sein

Wann haben Sie das letzte Mal ganz ohne schlechtes Gewissen wirklich nichts gemacht? Wenn Sie sich nicht mehr an den Zeitpunkt erinnern können, so befinden Sie sich in guter Gesellschaft.

Wb/Mayr

"Termine mit sich selber einzuhalten will gelernt sein", sagt Coach Lisa Tomaschek-Habrina

Facts

Tipps zur Entschleunigung:
* Am wichtigsten sind die Pausen. Nach 90 Minuten schwindet die Konzentration und die Arbeitsleistung nimmt ab. Tipp: Den Schreibtisch verlassen und kurz rausgehen. Mittagspausen einhalten und nicht vor dem Computer essen. Arbeitszeit ist Arbeitszeit und Essenszeit ist Essenszeit.

* Kurze Entspannungsübungen einbauen. Im Stress atmen wir schneller und flacher, vergessen auf die Tiefenatmung. Mittels Atemübungen kann viel erreicht werden. Für Bewegung zwischendurch sorgen; Treppen steigen statt Aufzug fahren.

* Laptop- und handyfreie Zeiten einführen. Niemand muss 24 Stunden erreichbar sein. Lieber eine zweistündige Sprechstunde einführen und danach keine Anrufe mehr entgegennehmen.

Trotz technischer Innovationen, wie Handys, mobiles Internet oder dem Navigationsgerät für das Auto klagen viele Menschen über immer weniger Zeit. Ist ein Projekt abgeschlossen, so "fühlen wir uns geschafft und freuen uns nicht darüber, dass wir das Projekt geschafft haben", sagt Lisa Tomaschek-Habrina, Coach und Leiterin des Instituts für Burn-out und Stressmanagement IBOS. "Im Stress zu sein" ist gesellschaftlich akzeptiert, damit würden die Menschen signalisieren, sie werden gebraucht.

Nicht nur, dass wir von einem Arbeitsprozess in den nächsten rennen, auch die Freizeit wird zunehmend zum "Freizeitstress", ist Tomaschek-Habrina überzeugt. Exzessiv betrieben, führt ein solches früher oder später zum Zusammenbruch - vergleichbar mit einem Computer, dessen Arbeitsspeicher durch zu viele offene Programme ständig über seiner Kapazität arbeitet. Ein Zusammenbruch des Mitarbeiters schädigt auch das Unternehmen. Der Schaden, der den Unternehmen dadurch entsteht, ist jedoch nur schwer zu beziffern. Der volkswirtschaftliche Schaden in Österreich durch psychische Erkrankungen liegt bei sieben Milliarden € pro Jahr, das geht aus dem österreichischen Patientenbericht 2009 hervor.

Stress vermeiden

Auch wenn nicht völlige Entschleunigung das Ziel sein soll, rechtzeitig auf die Bremse zu treten will gelernt sein. Die eigenen Gewohnheiten zu rasch über Bord zu werfen, ist jedoch riskant. "Völliges Nichtstun kann auch negative Auswirkungen auf die Psyche haben", sagt Tomaschek-Habrina.

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